Brunegg
Ein Feuerwerk in Sachen Mitsprache

Drei private Feuerwerke werden in Brunegg durchschnittlich und pro Jahr gezündet. Das hört sich nach wenig an. Doch was heisst «wenig», wenn man von einem Böllerschuss aus dem Schlaf gerissen wird?

Markus Christen
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Im Dialog mit der Bevölkerung

Im Dialog mit der Bevölkerung

Aufgrund kritischer Bemerkungen aus der Bevölkerung hat sich der Brunegger Gemeinderat entschieden, am jüngsten Polit-Apéro die gemeindeinternen Richtlinien zur Regelung privater Feuerwerke zu diskutieren.

Als Grundlage dient dabei das Polizeireglement der Regionalpolizei Lenzburg. Dieses allerdings ist sehr moderat gehalten.

Die heute gültige Regelung für Brunegg wurde vor knapp zwei Jahren verabschiedet. Gemeindepräsidentin Kathrin Härdi betonte am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle, dass sich der Gemeinderat viel Mühe gegeben hat, die diversen Interessen zu berücksichtigen.

Das Gespräch suchen

Es gehe darum, den gastronomischen Betrieben zu ermöglichen, dass zum Beispiel bei Hochzeiten ein Feuerwerk auf Anfrage durchgeführt werden dürfe. Andererseits wolle man auf keinen Fall die Lärmempfindlichkeit der Bevölkerung überstrapazieren.

Das heutige Reglement erlaubt ein 15-minütiges Feuerwerk bis um 23 Uhr. Doch die Diskussion zeigt, dass dies einigen Bewohnern bereits zu weit geht.

Vor allem die Anwohner des Landgasthofs zu den drei Sternen machen auf Probleme bei der Abfallentsorgung nach Feuerwerken aufmerksam. Andere Vorbehalte mischen sich mit der ursprünglichen Frage. Man stört sich an zu lauter Tanzmusik bei Hochzeiten, die manchmal bis morgens um zwei Uhr anhält.

Der Gemeinderat versichert, dass er sich um diese spezifischen Bedenken kümmern will und das Gespräch mit den gastronomischen Betrieben sucht. Gleichzeitig zeigt er an, dass man private Feuerwerke nicht gänzlich verbieten möchte.

Keine Richtplanänderung

In einem zweiten Traktandum informiert Gemeinderat Dieter Brack über die Fortschritte bei der gewünschten Richtplanänderung. Der kantonale Richtplan hätte eigentlich vorgesehen, dass die Feldstrasse vom Gemeindehaus bis zur Unterführung im Industriegebiet verlegt werden müsste.

Der Kanton unterstützt nun aber das Vorhaben der Gemeindebehörden, auf diese Massnahme zu verzichten und die Feldstrasse in eine Gemeindestrasse umzuwandeln.

Um dies umzusetzen, wäre aber der Bau eines Kreisels bei der Ausfahrt Richtung Othmarsingen wichtig bis nötig. Gegen diesen Bau allerdings wehrt sich die Verwaltung von Othmarsingen, da sie ein zu hohes Lastwagen-Aufkommen befürchtet.

«Wir sind grundsätzlich in der geplanten Richtplanänderung noch keinen Schritt weiter», sagt Brack, «rechnen aber weiterhin mit der Unterstützung des Kantons, der den Blick auf Verkehrslösungen mit regionalem Blick unterstützt.»