Eine Woche lang lebten Primarschüler und Kindergärtner ganz nach dem einfachen und ursprünglichen Leben im engen Kontakt mit der Natur. Und keiner schrie: «Holt mich hier raus!» – Im Gegenteil.

Mit grosser Begeisterung zeigten am Donnerstagabend rund 60 Kinder ihren Eltern, was sie in der Projektwoche unter dem Titel Steinzeit gelernt und gebaut haben. In acht sogenannten Ateliers lernten die Kinder von Lehrpersonen und Mitgliedern der Gruppe Lenaia primitive Techniken zu steinzeitlichem Handwerk kennen.

Mit Erdfarben Bilder gemalt

Dabei wurde mit eigens gesuchten Erdfarben Bilder gemalt, Pfeil und Bogen geschnitzt, mit selber gemahlenem Korn Brot gebacken, Wurzeln geflochten oder exklusiver Schmuck aus Knochen gefertigt.

Rehknochen auseinender reissen, von ihren Sehnen trennen und das Mark heraus nehmen, Barbara Schärer erfuhr Wissenswertes von ihren Kindern. «Alle waren dreckig und glücklich». Eine gute Sache, lobt die Mami dreier Buben die Projektwoche. Einzig das Hinauflaufen ins Camp war den Kindern manchmal etwas zu anstrengend, erzählt sie.

Schulleiterin Barbara Kälin bucht die Woche als äusserst erfolgreich ab. Probleme oder Langweile gab es nicht. Am Abend hat sie jeweils eine gesunde Müdigkeit bei den Kindern festgestellt. Und bei «verhaltensoriginellen» Kindern sei allein der Aufenthalt in der Natur heilend und trug viel zum Positiven bei, erklärte sie.

Steinzeit für alle Sinne

Auch Hansjörg Gygli zieht positive Bilanz. «Es gab Kinder, die waren vorher noch nie im Wald», sagte der Schulpflegepräsident. Nicht nur, dass viele der Primarschüler freiwillig im Wald übernachteten wertet er als positiv. «Die Kinder schärften in dieser Woche alle Sinne.»

Während die Eltern das Camp im hochgelegenen Dreiländereck zum Teil schnaufend erreichten, konnten die Kinder kaum warten ihre Schätze zu präsentieren.

Staunend und äusserst interessiert begutachteten Mamis und Papis Schmuck, Pfeilbogen, Zeichnungen oder lernten wie aus Holzstaub und ein bisschen Heu eine Glut entsteht. Der Feuertanz, den die Kinder während der Woche um die selbst entzündeten Flammen machten, wird bestimmt lange in Erinnerung bleiben.

In freier Natur erhielten Kinder und Angehörige Speis und Trank. Von Freiheit, Wildnis, Ruhe aus der Steinzeit ging es einen Tag später in die wohlverdienten Sommerferien der Neuzeit.