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Ein Blick ins Mittelalter - Zeitreise ins 15. Jahrhundert

Altmodische Röcke, Flötenmusik, Trommelschläge, Geruch von brodelnder Suppe und Rauch. Das sind die ersten Eindrücke, welche auf die Besucher des Heerlagers im Schloss Lenzburg einwirken.

Melanie Rispo und Michaela Müller
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Mittelalterliches Spektakel auf Schloss Lenzburg

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Seit Donnerstagmorgen bietet das Schloss einen spektakulären Einblick in den mittelalterlichen Alltag. Um zehn Uhr eröffnete die Grossratspräsidentin vom Kanton Aargau Kathrin Scholl-Debrunner die Ausstellung mit dem ersten Kanonenschuss.

Von der ganzen Umgebung kommen Jung und Alt, um an diesem Erlebnis teilzuhaben. Das Programm ist sehr abwechslungsreich und bietet für jeden etwas - sowohl für geschichtlich Interessierte wie auch für Familien oder kulinarisch Begeisterte. Einige von den insgesamt mehr als hundert Darstellern der Company of Saynt George üben für die nächsten Tage klassisch mittelalterliche Handwerke aus, wie beispielsweise Töpferei, Schmiedekunst, Schneiderei und Buchmalerei.

Mehrmals täglich können sich die Besucher am Kanonen- oder Büchsenschiessen vergnügen. Zudem gibt es regelmässig Einführungen in die Kunst des Schwertfechtens sowie Führungen durch das Heerlager. In Burgkeller und -küche wird für die hungrigen Gäste fleissig gekocht. Die vielen selbstgenähten Kleider, Schuhe und Accessoires verstärken den Eindruck, im Mittelalter gelandet zu sein. Alle Materialien und Verarbeitungen basieren auf historischen Vorlagen.

Den Höhepunkt der Ausstellung bietet der authentisch nachgestellte Gerichtsprozess, der im Rahmen des Frauenjahres 2012 im Aargau stattfindet. Die Angeklagte Anna Pfister steht wegen Abtreibung vor Gericht. Sie gilt als Beispiel für die vielen Frauenschicksale des Mittelalters und vergegenwärtigt die damalige körperliche und geistige Minderwertigkeit der Frau.

Für eine wahrheitsgetreue Inszenierung braucht es professionelle Darsteller. Dafür sorgt ein passioniertes Team, die Company of Saynt George. Viele der gut einhundert Mitglieder sind Archäologen und Historiker. Einige stammen jedoch aus ganz anderen Berufsrichtungen. Zusammen bilden sie eine multikulturelle Gruppe, die aus zehn verschiedenen europäischen Nationen zusammengewürfelt ist. Für Thomas Rauber, von Beruf Typograf, ist genau diese Internationalität von grosser Bedeutung. „Das bringt auch Vorteile beim Reisen, man kennt überall jemanden.", sagt Rauber.

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