Hallwilersee
Ein Bauernsohn und Banker soll der neue Landi-Präsident werden

An der Generalversammlung von morgen Samstag soll die Landi Seengen einen neuen Namen und einen neuen Präsidenten bekommen. Es handelt sich um den 37-jährigen René Heggli. «Es gibts nichts Passenderes für mich», sagt er.

Fritz Thut
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Urs Leibundgut übergibt morgen Samstag das Amt als Präsident der Landi Seengen an René Heggli.

Urs Leibundgut übergibt morgen Samstag das Amt als Präsident der Landi Seengen an René Heggli.

tf

Nach 18 Jahren im Vorstand und nach 14 Jahren als Präsident stellt Urs Leibundgut (Boniswil) morgen Samstag an der erstmals in Reinach stattfindenden Generalversammlung sein Amt in der Mitte einer Amtsperiode aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung.

Bauer und Banker

Die Suche nach einem adäquaten Nachfolger erwies sich als nicht ganz einfach, wollte doch beispielsweise aus dem bisherigen Vorstand niemand den Vorsitz übernehmen.

Mit dem 37-jährigen René Heggli wird den Genossenschaftsmitgliedern ein Aussenstehender als neuer Präsident vorgeschlagen, der «ideale Voraussetzungen für das Amt mitbringt», so Leibundgut.

Heggli ist in der Region bekannt als verantwortlicher Geschäftsstellenleiter für das Wynen- und Seetal der Neuen Aargauer Bank.

Die Banklaufbahn schlug der im Freiamt aufgewachsene Bauernsohn jedoch erst mit Verzögerung ein. «Ich habe die ganze landwirtschaftliche Ausbildung durchlaufen, doch mit 21 Jahren gemerkt, dass ich als Landwirt nicht glücklich werden würde.»

Während der Bruder den elterlichen Hof übernahm, absolvierte René Heggli noch KV-Lehre, Matur und Wirtschaftsstudium in Basel.

Seit zwei Jahren wohnt Heggli nun in Seengen und nicht zuletzt ein erfreuliches Erlebnis beim ersten Besuch im örtlichen Volg-Laden stellte die Weichen zum neuen Amt:

«Es gibt nichts Passenderes für mich», beschreibt er seine Motivation. Er hat sich natürlich vor der Zusage über die Seenger Landi-Genossenschaft informiert: «Das ist ein gesundes Unternehmen, das weiteres Entwicklungspotenzial hat.»

Neuer Name mit Signalwirkung

Der gleichen Meinung ist auch Urs Leibundgut. Schon während seiner Präsidiumszeit seit dem Jahr 2000 ist die nun 109 Jahre alte Landi Seengen massiv gewachsen.

Der Umsatz verdreifachte sich von 11 auf 33 Millionen Franken, die Anzahl Beschäftigte wurde mit aktuell 66 mehr als verdoppelt.

«Als ich anfing, waren wir noch eine ‹Familie›, heute sind wir doch ein respektables Unternehmen», fasst der scheidende Präsident die Entwicklung zusammen.

Diesem Wachstum soll nun mit einem Namenswechsel Rechnung getragen werden. Statt Landi Seengen soll die Genossenschaft künftig Landi Hallwilersee heissen.

«Dies ist ein Begriff, der positive Signale aussendet», ist Leibundgut überzeugt. Heggli sekundiert: «Dies ist ein regionaler Name, mit dem man eine Marke für regionale Produkte positionieren kann.»

Nach der im letzten Jahr knapp nicht zustande gekommenen Fusion mit der Landi Unteres Seetal besitzt die künftige Landi Hallwilersee Verkaufsläden in Ammerswil, Beinwil am See, Egliswil, Meisterschwanden, Reinach und Seengen.

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