Eng beieinander sassen die Gemeindeammänner und -schreiber des Bezirks am traditionellen Chlausmarkt-Treffen im Burghaldenhaus. Der Gastgeber, der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann, sprach in seiner Begrüssung von einem «mittelprächtigen Dichtestress» in der Runde.

Alles halb so schlimm, da hausgemacht. Zudem könne durch «situationselastisches» Verhalten fast alles gemeistert werden. Derart munter mit Wörtern und Unwörtern des Jahres eingeleitet, erwies sich Gastredner Urs Hofmann als Glücksbesetzung. Der Regierungsrat und aktuelle Landstatthalter nahm die Aufgabe, ohne tierischen Ernst zu referieren ernst und reihte ein Bonmot ans nächste.

In der munteren Witzparade bekam auch der Gastgeber sein Fett weg. Wieso er froh dreinschaue, sei Stadtammann Mosimann jüngst gefragt worden. Wegen den Finanzen. Ja, seid ihr mit dem Steuerfuss runter? Nein, das nicht; aber Staufen hat den Steuerfuss erhöht. Bei der Bahnhofsanierung sei Lenzburg drauf und dran, seinem Wohnort Aarau einen Rekord abzunehmen: «Von der Planung bis zur Einweihung dauerte es in Aarau 20 Jahre; ihr seid dabei, diesen Wert zu übertreffen.»

Die Sprüche des Innenministers hatten also meist einen reellen Hintergrund. So auch beim Hinweis auf die ungenügende Aufnahme von Asylbewerbern durch Lenzburg. Im fernen Aarau hätte man schon eine Idee, wo weitere Asylbewerber untergebracht werden könnten. Flugs zückte Hofmann einen (fiktiven) Vertragsentwurf von Kollegin Susanne Hochuli für die Miete der Villa Malaga und der Villa Langenbach aus der Tasche.

Vom humorvollen Magistraten bestens unterhalten, machten sich die Gäste über die ebenso traditionellen Wurstweggen und Chäs-Chüechli her, lauschten den Worten des Stadtchlauses und pflegten anschliessend in der «Satteltasche» und anderswo die «persönliche Netzstrategie» (Mosimann).