Hallwilersee
Eigener Radweg ist für vier Fünftel eine Aufwertung der Region

Bei einer Umfrage von «Lebensraum Lenzburg Seetal» bejahen die Besucher Seetaler Gewerbeausstellung den Nutzen einer Radwanderroute um den Hallwilersee.

Fritz Thut
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Eine separate Radwanderroute rund um den Hallwilersee würde das verbotene Befahren des Uferwanderweges wohl verhindern. Archiv/tf

Eine separate Radwanderroute rund um den Hallwilersee würde das verbotene Befahren des Uferwanderweges wohl verhindern. Archiv/tf

Besucher einer Gewerbeausstellung scheinen wirtschaftsfreundlich zu sein: Für die grosse Mehrheit das Publikums der Seetaler Gewerbeausstellung (Sega) in Seengen am vorletzten Wochenende würde eine neue separate Radwanderroute um den Hallwilersee zur Aufwertung der Region beitragen. Gar 92 Prozent der Umfrageteilnehmer finden eine touristische Aufwertung der Region ganz oder teilweise erstrebenswert.

Der Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS) setzte sich zum Ziel, an der Sega die Meinung aus der Bevölkerung zur aktuellen Radwegsituation rund um den Hallwilersee und die Einschätzung zum angedachten separaten Radwanderweg abzuholen. «Während der drei Ausstellungstage nahmen sich erfreulicherweise 876 Personen einige Minuten Zeit, sich mit den gestellten Fragen auseinanderzusetzen», kommentiert der LLS in einer gestern publizierten Mitteilung die Teilnehmerzahl.

Ist-Zustand ungenügend

Gerade mal 16 Prozent der Befragten erachten die aktuelle Situation als «gut» oder «ausreichend». Der Ist-Zustand ist geprägt von einem Velofahrverbot auf dem durchgehenden Uferwanderweg. Radfahrer müssen zur Zeit den Hallwilersee entweder auf den normalen Strassen oder dann in der Höhe und mit entsprechend grösserer Distanz umrunden.

Für die grosse Mehrheit der Teilnehmer an der Umfrage ist diese Situation «ungenügend» (43 Prozent) oder gar «gefährlich» (41 Prozent). Um diesen bekannten Missstand zu beheben, erfolgten in den letzten Jahren immer wieder Anläufe, eine separate Radroute zu initiieren.

Dass dieses Vorhaben nicht einfach zu realisieren ist, zeigte eine gut besuchte Podiumsdiskussion im Rahmen der Sega, die in der Erkenntnis gipfelte, dass wegen der speziellen Topografie bis zur Realisierung noch viele Hürden zu überspringen sind (az vom 12. Oktober).

Tourismus und KMU profitieren

Das Hearing zeigte auch, dass eine solch sichere Radwanderroute einem breiten Bedürfnis einspricht. Ebenfalls eine markante Mehrzahl der Umfrageteilnehmer (80 Prozent) sieht in diesem zusätzlichen Angebot eine Aufwertung der Region. Immerhin noch 15 Prozent sehen eine teilweise Aufwertung und nur 5 Prozent gar keine Aufwertung.

Ähnlich klein (8 Prozent) ist der Anteil jener Befragten, die meinen, die Unternehmen der Region würden von einer Radroute nicht profitieren. Für 45 Prozent bringt der Radweg sicher einen Gewinn für das Gewerbe; für 47 Prozent werden die KMU «teilweise» profitieren.

Bei der Gretchenfrage, ob eine touristische Aufwertung der Region – kombiniert mit Optimierungsmassnahmen in den Bereichen Verkehr und Abfallentsorgung – überhaupt anzustreben ist, sprachen sich 67 Prozent dafür aus. Nur 8 Prozent sind dagegen; der restliche Viertel machte das Kreuzchen hier dazwischen.

Planungsbüro sucht Route

Die Umfrageergebnisse bestärken den «Lebensraum Lenzburg Seetal» den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Im Frühjahr 2015 soll ein externes Planungsbüro die aktuelle Situation nochmals genau prüfen und danach Vorschläge für mögliche Routenführungen unterbreiten.

Vorgesehen ist nicht ein asphaltierter Radweg, sondern ein gut ausgebauter Mergelweg, welcher auch durch Familien gefahrlos befahren werden kann. Dabei sollen die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzergruppen berücksichtigt werden.