Beinwil am See
Ehemaliges Bürgerheim in Beinwil am See wird Asylunterkunft

Der Gemeinderat von Beinwil am See stimmte einem Vertrag mit dem Kanton zu, der die Umwandlung des ehemaligen Bürgerheims in eine Unterkunft für Asylsuchende regelt – als Zwischenlösung. Die maximale Kapazität liegt bei 39 Personen.

Fritz Thut
Merken
Drucken
Teilen
Das ehemalige Bürgerheim «Huus uf dr Weid» in Beinwil am See soll in einer Unterkunft für bis zu 39 Asylbewerber umgewandelt werden.

Das ehemalige Bürgerheim «Huus uf dr Weid» in Beinwil am See soll in einer Unterkunft für bis zu 39 Asylbewerber umgewandelt werden.

Das «Huus uf dr Weid» am nördlichen Dorfrand von Beinwil am See war einst das örtliche Bürgerheim. Doch steht es seit wenigen Wochen leer; bauliche Auflagen des Kantons verunmöglichten den Betrieb im bisherigen Rahmen und führten zur Kündigung der Betreiberin per Ende September.

Nun profitiert der Kanton selbst. Als Zwischenlösung soll die Liegenschaft in eine Unterkunft für Asylbewerber umgewandelt werden. Die entsprechende Information wurde an der Gemeindeversammlung vom letzten Freitag der Bevölkerung mitgeteilt. In zwei spontanen Voten wurden sachliche Fragen gestellt. «Auch beim anschliessenden Apéro hat man mir gegenüber von einer ‹vernünftigen Lösung› gesprochen», schildert Gemeindeammann Peter Lenzin die gespürte Akzeptanz.

Idyllisch gelegenes Areal

Das «Huus uf dr Weid» liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Für die künftige Nutzung der gemeindeeigenen Liegenschaft hat der Gemeinderat eine Studie in Auftrag gegeben, die Varianten aufzeigen soll. Möglichkeiten gibt es nicht sehr viele.

Eine Umzonung für eine normale Wohnnutzung des idyllisch über dem Hallwilersee gelegenen Areals dürfte angesichts der neuen Raumplanungsauflagen schwierig werden. Als längerfristige Möglichkeit sieht man den Bau von Alterswohnungen mit einem externen Investor: «Dies muss zonenkonform und selbsttragend sein», so Lenzin.

Bis zur Realisierung einer solchen Dauerlösung dürfte es mehrere Jahre dauern, weshalb man eine Zwischennutzung suchte. Da man die Sorgen des Kantons kennt, genügend Plätze für Asylbewerber zu rekrutieren, wurden Gespräche mit Vertretern des Fachbereichs Unterbringung und Betreuung des kantonalen Sozialdienstes geführt.

(Am Montag wurde mitgeteilt:Das Departement Hochuli wartet wegen des steigenden Asyldrucks nicht länger: Sie lässt in der umstrittenen Aarburger Asylunterkunft schon in den nächsten Tagen die ersten Flüchtlinge einziehen.)

Als aktiver Part könne man «Einfluss auf die Struktur der Leute nehmen», die in Beinwil am See aufgenommen werden sollen. Der Wunsch lautet auf Familien mit Kindern oder ältere einzelne Männer. Die maximale Kapazität liegt bei 39 Personen; bei einer üblichen Belegung von 80 Prozent rechnet man mit durchschnittlich 30 bis 32 Bewohnern.

Zudem hat man vereinbart, dass der Sozialdienst permanent vor Ort präsent sein soll und dass nachts Patrouillen zirkulieren sollen. Eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung – voraussichtlich erst nach den Sommerferien – soll allfällige Bedenken zerstreuen.

Über 100 000 Franken pro Jahr

Für die Gemeinde Beinwil am See hat die Asylunterkunft in einem sonst leerstehenden Gebäude handfeste Vorteile. Über 100 000 Franken würde die Rechnung entlastet: Zum vom Kanton bezahlten Mietzins kommt der Wegfall der bisherigen Ersatzabgabe: «Dies sind bei uns rund 1,5 Steuerprozente», so Gemeindeammann Lenzin.

Der Vertrag sieht eine fixe Laufzeit von zwei Jahren vor. Nachher ist er immer auf sechs Monate kündbar.