Egliswil
«Egli»-Bauprojekt vorerst gestoppt – der Bauherr schweigt

Der Gemeinderat Egliswil folgte dem Auftrag des Souveräns und lehnte das Baugesuch für 26 Wohnungen ab. Was mit den Bauplänen passiert ist unklar.

Ruth Steiner
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Um- und Anbau beim «Egli» verzögern sich weiter.

Um- und Anbau beim «Egli» verzögern sich weiter.

Thomas Bucher (Archiv 2010

Seit elf Jahren sind die Türen des einstigen Traditionsrestaurants Egli in Egliswil geschlossen. Nun soll der Gasthof umgebaut und mit einem L-förmigen Bau ergänzt werden. Zusammen zu einem weiteren Gebäude sollen auf dem Areal 26 Wohnungen entstehen. Im letzten Frühling lag ein Baugesuch auf, das dem 1480 Seelen-Dorf Egliswil ein ordentliches Wachstum verspricht.

Revision der BNO kommt in die Quere

Doch der Gemeinderat hat die Pläne der Eigentümerschaft aus dem Kanton Zürich vorerst gestoppt. Er hat das Baugesuch abgewiesen. Was ist passiert? Dem Gesuch kommt die aktuell laufende Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) in Egliswil in die Quere. Diese sieht vor, dass in der Dorfkernzone inskünftig nur noch 12,8 Meter hohe Gebäude erstellt werden dürfen.

Mit einer Volksinitiative hatte der Egliswiler Souverän eine Reduktion der bisher gültigen maximalen Firsthöhe von 15,8 Metern verlangt. Wird die angepasste BNO an der Urne dereinst abgesegnet (geplant ist im Zeitraum Herbst 2022/Frühling 2023), wird im Dorfzentrum inskünftig ein Geschoss weniger hoch gebaut werden können als bisher.

Eine Projektanpassung wäre möglich

Zum abgelehnten Baugesuch sagt Gemeindeammann Ueli Voegeli, aufgrund der aktuell gültigen BNO hätte dieses Projekt grundsätzlich bewilligt werden können. Weshalb das nicht der Fall war, erklärt er so: «Der Gemeinderat kann einen Bau nicht bewilligen, der unserer in der Revision bereits fortgeschrittenen BNO widersprechen würde.» Der Ammann hält weiter fest: «Seit gut einem Jahr werden alle Bauprojekte in Egliswil von unserem externen Ortsplaner im Hinblick auf die künftige BNO geprüft.» Nun stehe das Projekt beim früheren «Egli» aber nicht mehr im Einklang mit den künftigen Richtlinien und entspreche auch nicht dem mit einer Initiative lancierten und an der Wintergmeind 2019 bestätigten Wunsch des Souveräns.

Beschluss wurde auch schriftlich mitgeteilt

Mit seinem Vorgehen, so Voegeli, vertrete der Gemeinderat die Haltung der Stimmberechtigten zur Giebelhöhen bei Häusern in der Kernzone. «Wir haben mit der Bauherrschaft ein Gespräch geführt und dargelegt, dass der Gemeinderat nicht sozusagen in einem rechtsunsicheren Raum einen Entscheid fällen kann.» Dieser Beschluss sei der Bauherrschaft anschliessend auch noch schriftlich mitgeteilt worden.

Seither sind knapp zwei Monate vergangen, ohne Reaktion von Seiten des Bauherrn. Laut Voegeli könnte das Bauprojekt mit relativ geringem Aufwand überarbeitet werden. «Es bräuchte nicht besonders viel, dass es den Richtlinien der neuen BNO entspricht und bewilligt werden könnte», sagt er. Doch was mit den Bauplänen nun passiert, ist derzeit unklar.

2017 war das Gebäude beim ersten Baugesuch noch höher

Auch im zweiten Anlauf hat es nicht geklappt. Die Transformation des einstigen Gasthofs Egli plus Zusatzbau in 26 Wohnungen für sieben Millionen Franken lässt auf sich warten. Die Geschichte beginnt im Juni 2017 mit der erstmaligen Auflage des Baugesuchs, zudem es Einwendungen zur Gebäudehöhe gab. Im Frühling 2019 wurde das zwischenzeitlich 1,7 Meter weniger hohe Projekt erneut aufgelegt. Die Anpassungen gingen den Einwendern zu wenig weit. Der Gemeinderat hat die Bauherrschaft im Gespräch vorentscheidsweise darauf hingewiesen, dass das Projekt so nicht bewilligungsfähig ist. Der Bauherr hat daraufhin verzichtet, das geänderte Projekt nochmals aufzulegen, was schliesslich zur Ablehnung führte. (str)