FC Meisterschwanden
Ebbe in der Vereinskasse: Meisterschwanden pfeift seine 1. Mannschaft zurück

Seit Jahren wird darüber spekuliert, nun ist, das «latente Gerücht», wie es Hansjörg Ryter vom Aargauer Fussball Verband (AFV) nennt, Tatsache. Der FC Meisterschwanden zieht sich per sofort aus der 2. Liga zurück.

Fabian Sangines
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Trainer Mauro Rossi (Mitte, blaue Hose) bekam vom Vorstand nicht die erwünscht Unterstützung.

Trainer Mauro Rossi (Mitte, blaue Hose) bekam vom Vorstand nicht die erwünscht Unterstützung.

Aargauer Zeitung

Nach drei überragenden Saisons, in welchen die Seetaler von der 4. bis in die 2. Liga interregional durchmarschiert sind, folgte das böse Erwachen. Ehemals gut bezahlte Leistungsträger verliessen den mittlerweile klammen Verein.

Die Folge war der direkte Wiederabstieg in die 2. Liga regional, es deutete damals schon alles auf einen Rückzug hin.

Mit dem neuen Vorstand kam jedoch die Hoffnung, den Verein wieder auf Vordermann zu bringen. Dieser setzte sich mit Herzblut ein, reduzierte gemäss Trainer Mauro Rossi die Schulden von rund 120 000 auf knapp 12 000 Franken. Dies schien so kräfteraubend zu sein, dass die Führungsriege ausgebrannt ist. «Im Vorstand haben sich nur drei Leute engagiert, davon treten nun zwei zurück», weiss Rossi.

Gemeinsam die Reissleine gezogen

Nach zwei Siegen in den letzten beiden Spielen der Hinrunde, verliessen die Seetaler die Abstiegsränge, man befand sich im Aufwärtstrend. Auch der Trainerstab um Headcoach Rossi und Assistent Guiseppe Milazzo wollte die Rückrunde grundsätzlich in Angriff nehmen. Dies jedoch nur mit bedingungsloser Unterstützung von oben.

Dass diese ausblieb, stellte sich in einem persönlichen Gespräch rasch heraus, weshalb gemeinsam ein sofortiger Rückzug beschlossen wurde. Daraufhin blieb den Trainern nichts anderes übrig, als den Spielern mitzuteilen, sich einen neuen Verein zu suchen, sofern sie sich nicht in der 5. Liga wiederfinden möchten.

Rossi und Milazzo selber haben letzte Woche die Bestätigung der Vertragsauflösung erhalten. Auf Eigeninitiative verzichten beide auf das Salär der Rückrunde, obwohl ihnen dies zugestanden wäre. «Wir trennen uns im Guten und möchten dem Verein nicht noch mehr Schulden hinterlassen», erklärt Rossi den uneigennützigen Entscheid.

Der Vorstand war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.