Schafisheim
Drei Varianten für die Gmeind: Welches Schulhaus darfs denn sein?

An der Wintergmeind von Schafisheim werden drei mögliche Varianten der Schulraumerweiterung vorgestellt. Klar ist: Die Gemeinde wird einige Millionen investieren müssen.

Hanny Dorer
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Für die Varianten 2 und 3 würde die Baracke (rechts im Bild) durch einen Pavillon ersetzt.

Für die Varianten 2 und 3 würde die Baracke (rechts im Bild) durch einen Pavillon ersetzt.

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Dass die Schule Schafisheim mehr Raum braucht, war eigentlich nie umstritten. Wohl aber die Art, wie das Problem gelöst werden sollte.

Aus einem Wettbewerb ging letztes Jahr das Projekt «Lena» hervor, für dessen Realisierung die Kosten auf 11,5 Mio. Franken geschätzt wurden. Weil gleichzeitig Strassensanierungen anstehen (siehe Box), wurde an der Gemeindeversammlung im November 2014 die Forderung nach einer kostengünstigeren Lösung laut.

Strassensanierungen: Lenzburger- und Seetalstrasse betroffen

Ein Projekt des Baudepartementes betrifft die Sanierung der Lenzburger- und der Seetalstrasse. «Diese Strassen sind in einem schlechten Zustand, vor allem die Lenzburgerstrasse», sagt Gemeinderat André Kreis. Ursprünglich wollte der Kanton eine reine Sanierung, während der Gemeinderat auch Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit wünschte. So erhält Schafisheim nun Eingangstore Ost und Süd, Querungshilfen, ein beidseitiges Trottoir an der Lenzburgerstrasse sowie einen Kreisel beim Kehrbrunnen. An diesen Massnahmen beteiligt sich der Kanton, sofern sie im Rahmen des Gesamtpakets realisiert werden.

Gemäss Dekret hätte die Gemeinde 7,09 Mio. Franken der Gesamtkosten von 16,7 Millionen zu tragen. Da die hohe Verkehrsbelastung in Schafisheim jedoch nicht hausgemacht ist, sondern vorwiegend vom Durchgangsverkehr stammt, wurde der Gemeindebeitrag nach Verhandlungen mit dem Kanton auf 5,4 Millionen reduziert. 500 000 Franken davon betreffen Abwasser und Beleuchtung. Ein Kreditantrag über 5,4 Mio. Franken wird der Wintergmeind unterbreitet. (do)

Danach wurde die auf den 2. März 2015 vorgesehene ausserordentliche Gemeindeversammlung abgesagt, weil einerseits eine Variante mit Pavillon sowie weitere Sparmassnahmen geprüft werden mussten, anderseits eine Neuordnung des Finanzausgleichs im Raume stand.

Drei Varianten zur Auswahl

An der Wintergmeind will der Gemeinderat den Stimmberechtigten nun drei Varianten mit identischem Raumprogramm unterbreiten:

Variante 1: Sie lehnt sich an das Projekt «Lena» an, verzichtet jedoch auf den östlichen Kopfanbau beim «gelben» Schulhaus. Beibehalten werden hingegen die Annexbauten für Gruppen sowie der Kopfanbau am «blauen» Schulhaus. Die Gestaltung des Eingangs mit Vordach wird vereinfacht, die behindertengerechte Erschliessung wird wegen der Niveauunterschiede für die beiden Schulhäuser autonom mit je einem Lift gestaltet. Ausserdem wurde das Raumprogramm um ein Zimmer und einen WC/Putzraum verringert und auf die Mediothek verzichtet. Damit reduzieren sich die Kosten auf geschätzte 7,45 Mio. Franken (+/- 25 Prozent).

Variante 2: Auch die Variante 2 sieht einen Kopfanbau am «blauen» Schulhaus vor, verzichtet jedoch auf die Aufstockung des «gelben» Schulhauses. Als Ersatz soll anstelle der jetzigen Holzbaracke, die für Freizeitaktivitäten genutzt wird, ein Pavillon erstellt werden. Die Annexbauten am «gelben» Schulhaus bleiben. Die Kosten dieser Variante werden auf 7,05 Mio. Franken (+/- 25 Prozent) geschätzt.

Variante 3: Als dritte Variante lässt der Gemeinderat nun ein weiteres Projekt ausarbeiten und berechnen, das die beiden bestehenden Schulhäuser nicht berührt. Vielmehr soll das ganze zusätzliche Raumprogramm in einem neu zu erstellenden Pavillon untergebracht werden. Dieser Pavillon käme anstelle der bestehenden Holzbaracke zu stehen.

«Eine Reduktion des Raumprogramms ist verantwortbar», bestätigt Gemeinderätin Esther Erismann. Es sei auf die bekannten Schülerzahlen bis 2021/22 abgestützt. Und ob die grosszügige kantonale Bevölkerungswachstumsschätzung auch wirklich eintreffe, sei äusserst fraglich, fügt Gemeindeammann Dölf Egli hinzu. Bedauert wird indes, dass auch die Mediothek den Sparbemühungen zum Opfer gefallen ist.

Der Gemeindeversammlung vom 27. November 2015 wird für jede Variante ein Antrag für einen Projektierungskredit unterbreitet. Gleichzeitig wird der Gemeinderat seine Empfehlung abgeben, welcher Variante er den Vorzug gibt. Vorgängig wird er an einer Orientierungsversammlung am 9. November 2015 die drei Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen.

Um trotz Aufschub des Schulhausbaus den Finanzplan zu erstellen, wird vorläufig der Betrag der Variante 1, also 7,45 Mio. Franken, angenommen.

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