Lenzburg
Drei Frauen spannen in der Kunst zusammen

Am 17. November beginnt im Gewölbekeller des Müllerhauses eine besondere Ausstellung. Drei Frauen stellen ihre unterschiedlichen Werke in eine Beziehung zueinander.

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Blanka Jehle, Brigit Stadler und Daniela Columberg stellen ihre Werke im Lenzburger Müllerhaus aus. zvg

Blanka Jehle, Brigit Stadler und Daniela Columberg stellen ihre Werke im Lenzburger Müllerhaus aus. zvg

Zwei der drei Ausstellerinnen sind aus der Region: Blanka Jehle aus Schafisheim und Brigit Stadler aus Beinwil am See. Daniela Columberg stammt aus Zürich und arbeitet seit mehreren Jahren im Aargau.

Für Brigit Stadler wurde ihr eigener künstlerischer Ausdruck während der Ausbildung zur Kunsttherapeutin immer wichtiger. Neben der ihr seit der Schule vertrauten Malerei rückte das Bergen und Bearbeiten von Wurzeln immer mehr ins Zentrum. Dabei setzte sie sich mit Themen wie Vergänglichkeit, Verletzlichkeit, Fantasie und der Frage nach den eigenen Wurzeln auseinander.

Materialien wie Marmor und Speckstein sind für Brigit Stadler weitere Verlockungen und Herausforderungen, die Entdeckungsfreude, Geduld, Beharrlichkeit, aber auch Gelassenheit erfordern und fördern. Ihr ist die Vielfalt der verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten wichtig und die Überraschungen , zu denen es im kreativen Prozess kommt.

Grenzen faszinieren

Für Daniela Columberg ist die Auseinandersetzung mit dem Medium Tonerde eine Quelle geworden, durch die sie ihre Eindrücke aus der Arbeit als Kunsttherapeutin wandeln kann. Es bringt sie mit den Kräften der Erde in Kontakt und ermöglicht eine Verbindung zum Schöpferischen, indem sie kontemplativ dem Geschehen freien Lauf und sich vom Ruf des Materials führen lässt.

Für Daniela Columberg liegt die Faszination in den Möglichkeiten und Grenzen des Materials. Durch das Experimentieren mit Oberflächenstrukturen und Brenntechniken entsteht eine Beziehung, aus der sie tiefe Eindrücke und Freude schöpft. Sie lässt sich dabei immer wieder aufs Neue überraschen und verzaubern. Und so tun es ihre geschaffenen Wesen, dessen Botschaften die Betrachtenden innehalten und in eine andere Welt entrücken lassen.

Altes, meditatives Kunsthandwerk

Für Blanka Jehle begann es aus Neugierde. Sie wollte wissen, wie eine Ikone entsteht und besuchte einen Ikonenmalkurs im Kloster Baldegg bei Schwester Thea Rogger. Schon bald wuchsen Liebe und Freude für dieses alte und meditative Kunsthandwerk, das mit der schlichten Art und den strengen Regeln für Blanka Jehle Ausdruck religiösen Inhaltes ist und für einmal nicht ihre eigenen Empfindungen zum Ausdruck bringt.

Als Brigit Stadler diese Ikonen zu Gesicht bekam, war für sie klar, dass diese unbedingt in einer Ausstellung eine Würdigung und ein breiteres Publikum finden sollten; und fand, dass sowohl die Ikonen wie die Tonfiguren mit ihren eigenen Sachen in eine spannende Beziehung gebracht werden können. (az)

Öffnungszeiten. Montag bis Freitag 17 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag 14 bis 18 Uhr. Ausstellungsdauer: 17. November bis 2. Dezember. Vernissage: Samstag, 17. November, 18 Uhr. Midissage: Sonntag, 25. November, 15 Uhr. Finissage: Sonntag, 2. Dezember: 15 Uhr.