Seon

Drei Frauen, ein Mandat: Setzt Seon auf die Jugend oder auf Erfahrung?

Diese drei Frauen wollen in den Gemeinderat: Marianne Bitterli-Rupp, Christine Iten und Anne-Marie Kneller (v.l.).

Diese drei Frauen wollen in den Gemeinderat: Marianne Bitterli-Rupp, Christine Iten und Anne-Marie Kneller (v.l.).

Am 9. Februar kommt es zum zweiten Urnengang um die Vakanz im Gemeinderat.

Der Urnengang in Seon am 9. Februar verspricht spannend zu werden. Hier geht es bei den Gemeinderatsersatzwahlen in die zweite Runde. Alle drei Kandidatinnen treten wieder an: Marianne Bitterli-Rupp (SVP), Christine Iten (FDP) und Anne-Marie Kneller-Hauswirth (CVP).

Im ersten Wahlgang im letzten November hat keine der drei Frauen ausreichend Stimmen erhalten. Am besten schnitt Marianne Bitterli-Rupp ab. Das Feld war aber recht eng beisammen: Bei einem absoluten Mehr von 621 Stimmen erhielt Bitterli-Rupp deren 430. Mit einem Abstand von 32 beziehungsweise 35 Stimmen waren Christine Iten und Annemarie Kneller-Hauswirth Bitterli-Rupp jedoch relativ dicht auf den ­Fersen. Die Stimmbeteiligung betrug im letzten November 39,5 Prozent.

Verkehrsprobleme und Finanzen beschäftigen alle

Vor dem ersten Wahlgang hat die Aargauer Zeitung den drei Kandidatinnen auf den Zahn gefühlt, um herauszufinden, in welchen Themenbereichen sie unterschiedliche Positionen vertreten (AZ 13.11.19). Das ist gar nicht so einfach, wenn man den Antworten auf den Grund geht. Zumindest in den Stossrichtungen sind kaum Unterschiede in den politischen Haltungen von Marianne Bitterli-Rupp, Christine Iten und Anne-Marie Kneller-Hauswirth auszumachen.

Bei einer der zentralen Fragestellungen beispielsweise, «wo drückt Seon der Schuh am meisten?», stehen die Verkehrsthematik und die Bauprojekte beziehungsweise deren Finanzierung bei allen drei Frauen im Vordergrund. «Die Bevölkerung ist durch den Durchgangsverkehr vor allem zu Stosszeiten enorm belastet», stellt Anne-Marie Kneller fest. Christine Iten betont, «dass dringend etwas unternommen werden muss, dass es vor allem am Morgen und am Abend nicht mehr zu den sehr langen Staus kommt.» Marianne Bitterli- Rupp will «die Projekte so steuern, dass die Nettoverschuldung pro Einwohner nach den finanzpolitischen Zielen eingehalten wird.» Nebst den Kosten für den Verkehr weist Bitterli-Rupp auf die steigenden Ausgaben für die soziale Sicherheit hervor, die gebremst werden müssen.

Breite Zustimmung bei den Kandidatinnen findet die in der Planung weit fortgeschrittene Seetalbahn-Haltestelle Seon-Nord. Dies, obwohl der Bahnhof Seon nur rund 700 Meter vom geplanten Standort der neuen Haltestelle entfernt ist. Die Haltestelle Seon-Nord mache den nördlichen Dorfteil für die Einwohner attraktiver, sagt Christine Iten. Investitionen in den öffentlichen Verkehr würden sich auszahlen, holt Anne-Marie Kneller etwas weiter aus. Und Marianne Bitterli-Rupp ist überzeugt, dass ein gut funktionierendes ÖV-Netz die Strasse nachhaltig entlasten kann. Einig sind sich die drei Frauen auch darin, dass die Investitionen im Rahmen des aktuell gültigen Steuerfusses der Gemeinde Seon (108 Prozent) erfolgen müssen.

Spielt der Jahrgang das Zünglein an der Waage?

Die Hauptunterschiede der Kandidatinnen für den freien Gemeinderatssitz sind wohl eher bei den Persönlichkeiten als bei der politischen Haltung in Sachfragen zu suchen; zumal auf kommunaler Ebene erfahrungsgemäss die Parteifarbe kaum von Bedeutung ist. Die Frage sei deshalb erlaubt: Spielt bei dieser Gemeinderatsersatzwahl am Ende gar der Jahrgang der Kandidatinnen das berühmte Zünglein an der Waage? Marianne Bitterli-Rupp ist 63 Jahre alt, Anne-Marie Kneller-Hauswirth 47. Christine Iten ist mit 27 Jahren die Jüngste im Bunde.

Wer am Schluss die Nase vorn hat, wird am 9. Februar an der Urne geklärt. Im zweiten Anlauf spielt das absolute Mehr keine Rolle mehr. Diejenige Kandidatin mit den meisten Stimmen komplettiert den Seoner Gemeinderat für den Rest der Amtsperiode 2018 bis 2021.

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