Möriken

Doris Leuthard verschickt 200 Weihnachtskarten, die er gestaltet hat

Kartenverleger Hans Bryner hat vor Jahren die Weihnachtskarte für Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kreiert, jetzt kommt er bei Doris Leuthard zum Zug.

Kartenverleger Hans Bryner hat vor Jahren die Weihnachtskarte für Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kreiert, jetzt kommt er bei Doris Leuthard zum Zug.

Der Möriker Kartenverleger Hans Bryner hat für Bundesrätin Doris Leuthard ein persönliches Sujet gewählt. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Bundesrätin bei ihm Weihnachtskarten bezieht.

Von der Wand lächelt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. In der Hand hält sie eine Weihnachtskarte. Nicht irgendeine. Sie stammt vom Möriker Kartenverleger Hans Bryner. «Das war unglaublich, dass ich ihr diese Weihnachtskarten liefern durfte», sagt Bryner und blickt auf das gerahmte Foto, das er in seinem Büro des Delta-Kartenverlags in Möriken aufgehängt hat. Allzu gut erinnert er sich an den Nachmittag im Jahr 2009, als er der Bundesrätin gemeinsam mit dem Berner Maler und Künstler Franz Lenzinger 600 Weihnachtskarten übergeben hat.

Heute, fünf Jahre später, konnte der gelernte Schriftsetzer erneut einer Bundesrätin ihre persönlichen Weihnachtskarten liefern: Doris Leuthard. Vergangene Woche hat er ihr 200 Stück nach Bern ins Bundeshaus geschickt. «Es freut mich sehr, dass ich wieder zum Zug gekommen bin», sagt der Geschäftsinhaber. Besonders, weil er im vergangenen Jahr von allen angeschriebenen Bundesräten keine Rückmeldung erhalten hat.

«Für dieses Weihnachtsfest habe ich mir darum etwas Spezielles ausgedacht», sagt Hans Bryner. Statt alle Bundesräte anzuschreiben, hat er nur Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf eine Karte zur Ansicht geschickt – eine, mit einem persönlichen Sujet darauf. «Ich habe mich für die Kirchen der jeweiligen Heimatorte entschieden», sagt der Mittfünfziger und nimmt die Karte in die Hand, auf der die katholische Kirche mit Kaplanei von Merenschwand abgebildet ist. «Diese habe ich für Frau Leuthard gemacht.» Die Karte von Eveline Widmer-Schlumpf zeigt die Kirche von Felsberg.

Karten für die ganze Schweiz

Seit 2006 betreibt Hans Bryner den Kartenverlag. Nebst dem Hauptprodukt — die Weihnachtskarten — vertreibt er unter anderem auch Geburts- und Vermählungskarten sowie ein kleines Sortiment an Trauerkarten mit passenden Kuverts. Seine Hauptkunden sind Druckereien, Papeterien und Copy Shops in der ganzen Schweiz; in diesem Jahr beliefert Bryner auch die Kinderrechtsorganisation Save the Children mit den Festtagskarten.

Seine Lieferanten stammen ebenfalls, bis auf eine Ausnahme, aus dem Inland. Rund 80 Weihnachtskarten-Sujets hat er in einem Musterordner für die Kunden zur Auswahl. Beliebt, so der Geschäftsinhaber, seien unter anderem die gestanzten und gelaserten Festtagskarten oder Karten, die aus speziellen Materialien hergestellt sind.

Um die Weihnachtskarte der Aargauer Bundesrätin zu gestalten, hat Hans Bryner sich an das katholische Pfarramt in Merenschwand gewandt. «Ich habe angefragt, ob sie mir Fotos von der Kirche und der Kaplanei schicken könnten». Die erhaltenen Bilddaten hat er ausgedruckt und zusammen mit einer genauen Maquette seinem Lithografen geschickt.

Das Resultat ist eine fotografische Komposition, die beide Bauwerke schneebedeckt unter einem leuchtenden Sternenhimmel zeigt. Das Sujet hat Doris Leuthard gut gefallen. Ob der Möriker auch Eveline Widmer-Schlumpf die individuell gestaltete Karte schicken darf, ist offen; noch hat er keine Rückmeldung erhalten.

Ein neues Bild für die Bürowand

Das Faxgerät piepst. Hans Bryner nimmt das Blatt in die Hand und liest. Obwohl das Dokument nicht aus Bundesbern stammt, erhellt sich sein Gesicht: «Das ist eine schöne Bestellung.» Ein Kunde wünscht rote Laserkarten aus Samt, die mit Goldfolien dekoriert sind. Zurzeit hält er diese nicht an Lager, für ihn ist das jedoch kein Problem. «Ein Anruf bei der Druckerei genügt und am nächsten Tag ist die Bestellung im Hause», sagt er.

Vor einigen Tagen hat Bryner Bescheid erhalten, dass die 200 Karten bei Leuthard angekommen sind. Diesmal konnte er die Karten nicht persönlich überreichen. Doch sobald die Bundesrätin einmal in der Gegend sei, so der Kartenverleger, würde er sie um ein Foto bitten – und seine Bürowand mit einem weiteren Bild schmücken.

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