Die Schliessung der Demenzabteilung mit 15 Betten im Alters- und Pflegeheim Länzerthus in Rupperswil kaum ein halbes Jahr nach dem Einzug in den Neubau für Langzeitpflegebedürftige und Demenzkranke und der Abgang des Spitzenkaders in der Küche haben nun auch personelle Konsequenzen: Verwaltungsratspräsidentin Nicole Sehringer Bucher nimmt den Hut.

«Die seit 2011 amtierende Präsidentin des Verwaltungsrats legt das Amt in Folge zu grosser Doppelbelastung von Beruf und Verwaltungsratsmandat per sofort nieder», heisst es in einer am späten Freitagnachmittag veröffentlichten Medienmitteilung des Verwaltungsrats der Alters- und Pflegeheim Länzerthus AG. Ad interim übernimmt Roland Huggler, Vizepräsident des Verwaltungsrats, Sehringers Aufgaben.

Gleichzeitig kommt es zu einem Wechsel in der Geschäftsleitung. Geschäftsführer Claudio Leasi verlässt Rupperswil nach knapp zwei Jahren wieder. Er habe sich nach eingehendem Austausch mit dem Verwaltungsrat entschlossen, eine neue Herausforderung ausserhalb des «Länzerthus» anzunehmen. Leasi hat den Posten noch gestern Nachmittag geräumt und sich von den Mitarbeitenden verabschiedet.

Interims-VR-Präsident Roland Huggler mochte den Abgang Leasis nicht in einen direkten Zusammenhang mit den leer gebliebenen Betten auf der Demenzstation stellen. «Es bestanden unterschiedliche Auffassungen bezüglich dem Erreichen der Zielsetzungen», sagte Huggler auf Anfrage.

Trotz der Trennung attestierte der Verwaltungsratspräsident Claudio Leasi «organisatorisch einen hervorragenden Job» gemacht zu haben. Bemängelt wurde hingegen die fehlende Vernetzung des ausgebildeten Heimleiters aus dem Kanton Zug in der Region. «Der Kontakt zu Spitälern und Heimen in der Region ist zu kurz gekommen», stellte Roland Huggler fest.

Nichtsdestotrotz: Die geschlossenen Abteilungen für Demenzkranke in den andern Pflegezentren in der Region sind gut belegt und verfügen kaum über Kapazitäten. Für Huggler ist es deshalb naheliegend, dass «die übrigen Heime der Region die Demenzplätze im Moment abschöpfen». Deshalb sei er überzeugt, dass es die Demenzabteilung im «Länzerthus» mit den Jahren wieder brauchen werde.

Temporäre Geschäftsleitung

Das «Ruder wieder herumreissen», wie Huggler sagte, soll Hans Bürge. Der ehemalige Grossratspräsident, langjährige Safenwiler Gemeindeammann und Unternehmer übernimmt vorübergehend die Geschäftsleitung. Er hat die Pflegenzentren Süssbach in Brugg und Lindenpark in Windisch erfolgreich geführt.

Von Bürge erwarte man, dass er nun neues Vertrauen schaffe bei den Bewohnern, deren Angehörigen und den Mitarbeitenden, sagte Huggler. Zudem soll Bürge den «Länzerthus»-Verwaltungsrat bei der Suche nach einer neuen Geschäftsleitung unterstützen.

Zum Alters- und Pflegeheim Länzerthus gehören die Trägergemeinden Rupperswil, Auenstein, Hunzenschwil und Schafisheim. Anfang März war der 42 Millionen Franken teure Neubau für Langzeitpflegebedürftige mit der Demenzstation bezogen worden. Derzeit wird noch eine öffentliche Parkanlage gebaut.