Meisterschwanden
Doppelkandidatur Michelle Rütti: Ein Amt zuviel

Michelle Rütti, Vizepräsidentin der SVP Aargau, stellte sich in Meisterschwanden gleichzeitig zur Wahl für den Gemeinderat und die Schulpflege - und erlitt Schiffbruch. Der Kommentar.

Pascal Meier
Pascal Meier
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Michelle Rütti.

Michelle Rütti.

zvg

Fast jeder zweite Meisterschwander wählt SVP. Die Partei hat sich deshalb zu Recht in Stellung gebracht, als Vizepräsidentin Ariane Roth (FDP) und Gemeinderat Marcel Meyer (SVP) ihren Rücktritt bekannt gaben. Mit Michelle Rütti schickte die SVP eine ambitionierte Politikerin in den Wahlkampf: Rütti wollte gleichzeitig in die Schulpflege. Die SVP portierte zudem Fritz Früh als Vizepräsidenten. Jetzt die Quittung: Doppelte Niederlage für Rütti, Schlappe für Früh als Vizepräsidenten.

Das kommt nicht unerwartet. Der Wahlkampf war turbulent. Über allem schwebte das Doppelmandat von Michelle Rütti: Die FDP distanzierte sich von diesem Modell und empfahl nur die eigenen Kandidaten zur Wahl. Die SVP wiederum kündigte der FDP die Liebe und schickte den parteilosen Fritz Früh als Kandidaten für das Vizepräsidium ins Rennen; dies gegen FDP-Gemeinderat Dieter Studer. Meisterschwander staunten über dieses Manöver.

Überlagert wurde die Debatte über den Sinn und Unsinn des Doppelmandats von der Person Michelle Rütti: Die SVP-Frau sorgte 2015 für Schlagzeilen, als sie ihren Umzug von Reinach nach Meisterschwanden mit den vielen Ausländern im Wynental begründete. Nun trat sie bei den Gemeindewahlen gegen zwei Einheimische an. Viele Meisterschwander fragten sich zudem: Wie schafft es eine Mutter mit zwei Kindern, einem 40-Prozent-Job und Ämtern bei der nationalen und kantonalen SVP, in Schulpflege und Gemeinderat zu sitzen? Unterschätzt Rütti die beiden Ämter oder überschätzt sie sich?

Das eine oder andere mag stimmen. Klar ist: Die SVP hat sich hier als Partei überschätzt und die Sprengkraft des Doppelmandates mit Michelle Rütti unterschätzt.