Dintikon

Dintikon platzt aus allen Nähten: Nun soll das Dorf weniger wachsen

Die Wahldintikerinnen und -dintiker wurden mit Musik, Chlausklöpfen und feinem Essen begrüsst.  GG

Die Wahldintikerinnen und -dintiker wurden mit Musik, Chlausklöpfen und feinem Essen begrüsst. GG

Nach einem rasanten Anstieg der Einwohnerzahl soll in Dintikon nun Ruhe einkehren. Dies gaben die Behörden an der Neuzuzüger-Begrüssung bekannt. Um ganze 54,6 Prozent nahm die Bevölkerung in den letzten fünf Jahren zu. Dies soll nicht mehr so sein.

Am vergangenen Freitag fand in Dintikon die Neuzuzüger-Begrüssung statt. Eigentlich nichts Besonderes, wäre die Aargauer Einwohnergemeinde nicht erst kürzlich im Gemeinderating der Weltwoche auf Platz 1 in der Tabelle mit den grössten Zuwanderungen gelandet.

Um ganze 54,6 Prozent ist die Bevölkerung von Dintikon zwischen 2005 und 2010 gewachsen. Damit liegt die Bünztaler Gemeinde noch weit vor der zweitplatzierten Ortschaft Penthalaz im Kanton Waadt, welche «nur» eine Zuwachsrate von 37,7 Prozent zu verzeichnen hat. «Das Ganze war mehr oder weniger Zufall und auch nicht wirklich von langer Hand geplant», erklärt Gemeindeammann Ruedi Würgler. Die Gemeinde wuchs, als vor einigen Jahren Bauland eingezont und unter anderem mit der Überbauung Förenweg eine grosse Zahl neuer Eigentumswohnungen geschaffen wurde. Die Zahl der Einwohner stieg so seit dem Jahr 2005 von 1307 auf inzwischen rund 2000.

Gut verkraftet

Bei einem derartigen Anstieg der Einwohnerzahl liegt die Frage nahe, ob und wie die Gemeinde diesen Schub verkraftet. Ruedi Würgler sieht dem gelassen entgegen: «Die Infrastruktur, besonders, was Wasser und Abwasser anbelangt, ist schon immer auf ungefähr 2000 Personen ausgerichtet gewesen.» Auch der Verkehr, Sorgenkind jeder wachsenden Gemeinde, habe sich nicht wesentlich verschlimmert. «Bei Stosszeiten ist der Verkehr ein Ärgernis. Aber das war er schon vorher so und ist er überall sonst auch», sagte der Gemeindeammann lachend.

Das Schulwesen sieht sich mit keinerlei Problemen konfrontiert. Durch die verstärkte Nutzung des Ballygebietes in Villmergen besuchen die Villmerger Primarschüler und -schülerinnen nun dort die Schule und nicht mehr wie bis anhin in Dintikon. Durch den Wegfall dieser Schüler konnten die vielen Neuzugänge kompensiert werden. Einzig beim Kindergarten bestand Handlungsbedarf; ein zusätzlicher Pavillon musste angebaut werden.

Vereine und Integration

Um die neuen Wahldintiker willkommen zu heissen und in die Gemeinde zu integrieren, wurde bei der Neuzuzügerbegrüssung ein vielfältiges Programm geboten. Zwischen musikalischen Darbietungen der Musikgesellschaft Dintikon, Abendessen und Chlausklöpf-Demonstrationen stellten sich die verschiedenen Vereine im Ort vor. Man erfuhr, was es mit dem alten Brauch des Eierauflesens auf sich hat. Den neuen Einwohnern leisteten die diesjährigen Jungbürger Gesellschaft, deren Feier am selben Abend stattfand.

«Vor zwei Jahren hatten wir an der Begrüssung die Mehrzweckhalle voll mit fast hundert neuen Einwohnern», erinnert sich Ruedi Würgler. Dieses Jahr erschien nur eine Handvoll. Würgler erklärt dies so: «Die grössten Sprünge sind jetzt vorbei. Wir sind zufrieden, so wie es ist, und in nächster Zeit wird sich die Einwohnerzahl wohl nicht mehr so enorm verändern.»

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