Kreisschule Lotten

Differenzen zu Schülerzahlen und Schulstandorten bei der Kreisschule Lotten

Das Schulhaus Schafisheim, Sitz der Kreisschule Lotten.

Das Schulhaus Schafisheim, Sitz der Kreisschule Lotten.

Die Kreisschulpflege Lotten der Gemeinden Hunzenschwil, Rupperswil und Schafisheim will die Standortzahl der Oberstufe reduzieren. Damit widerspricht sie dem Entscheid des Gemeinderates.

Nach dem Volks-Nein zur Auslagerung der Oberstufen in allen drei Lottengemeinden (Hunzenschwil, Rupperswil und Schafisheim) im letzten Jahr wurde von den Gemeinden nun mitgeteilt, dass die Oberstufe (Sek und Real) auch nach der Umstellung auf das System 6/3 in allen drei Orten unterrichtet wird.

Gemäss Paragraf 22 des neuen Schulgesetzes muss ein Oberstufenzentrum mindestens 12 Abteilungen umfassen; eine Schulanlage mindestens deren drei. In der Kreisschule Lotten sind sechs Abteilungen in Rupperswil, je deren drei in Hunzenschwil und Schafisheim geplant (az vom 13. April und vom 13. Juni).

«Illusorische Kennzahlen»

Jetzt meldet sich die Kreisschulpflege Lotten zu diesem Thema und kritisiert den Entscheid der politischen Behörden: «Die Gemeinderäte der drei Lottengemeinden stützen ihren Entscheid zu den künftigen Standorten in der Kreisschule Lotten auf illusorische Kennzahlen», steht in einer Stellungnahme.

Die zu erwartenden Schülerzahlen würden gemäss Kreisschulpflege wesentlich tiefer liegen, als von diesen Behörden heute angenommen: «Somit ist eine Reduzierung auf zwei Standorte ab dem Schuljahr 2014/2015 unumgänglich, was organisatorisch und pädagogisch sowieso sinnvoll ist.»

Die Kreisschulpflege Lotten bemängelt im Weiteren, dass sie «in die Diskussionen, die dem Beschluss der Gemeinderäte vorangegangen sind, nicht eingebunden» war. Die Gemeinderäte hätten von sich aus beschlossen, dass weiterhin zwölf Abteilungen an den drei Standorten geführt werden sollen.

Die Schulpflege zitiert in ihrem Schreiben die gesetzlichen Bestimmungen, wonach «bei drei Schulstandorten mindestens zwölf Abteilungen geführt werden» müssen: «Ausnahmen sind nicht vorgesehen.»

Dieser Aussage widerspricht der Schafisheimer Gemeindeammann Adolf Egli: «Im neuen Schulgesetz steht ausdrücklich, dass der Regierungsrat befristete Ausnahmen beschliessen kann.»

Satzungen fordern drei Standorte

Aufgrund der von zwei Büros gelieferten mutmasslichen Schülerzahlen hat die Regierung den Gemeinden ihre Sicht dargelegt. Vor diesem Hintergrund sind die drei Gemeinderäte überzeugt, gegebenenfalls eine solche Ausnahmebewilligung zu erhalten.

Sie verweisen zudem auf die Satzungen des Verbandes der Kreisschule Lotten, in denen festgehalten ist, dass die Oberstufe in allen drei Orten einen Standort haben muss.

«Die langfristig beste Lösung wäre eine Auslagerung gewesen», blickt Egli zurück: «Mit der Ablehnung hat der Souverän die bisherige Regelung gemäss den aktuellen Satzungen gewählt.» Mit einem Schwenker würde die Behörden «unglaubwürdig», so Ammann Egli: «Wir machen hier nicht eine Hüst- und-Hott-Politik.»

Gemäss Schulpflegesprecher Mario Keller hat man die Satzungen «mit Juristen angeschaut» und kommt zum Schluss, dass eine Standortreduktion möglich wäre, «weil die Formulierung nicht zwingend ist.

Die Satzungen wurden in verschiedenen Punkten in der Vergangenheit geändert; dies wäre auch hier möglich».

Die Kreisschulpflege stützt sich bei ihren Schülerprognosen «auf die effektiven Zahlen», wie die seit dem Frühjahr amtierende Präsidentin Esther Kohli festhält: «Natürlich muss man die aktuellen Zahlen hochrechnen, weil bei uns viel gebaut wird.»

Weil Zuzüger aber selten Oberstufenschüler mitbringen, macht die Schulpflege ein Fragezeichen zu den von den Gemeinderäten prognostizierten 15 Abteilungen am Jahrzehnt-Ende.

Unvorteilhaftes Bild

In näherer Zukunft, zu Beginn des Schuljahres 2014/15, käme man «nur knapp» auf 11 Abteilungen. Kohli: «Aus diesem Grund werden wir einen Antrag auf eine Ausnahmeregelung nicht unterstützen.»

Dass die teilweise über die Medien ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten über die Schul(raum)politik ein unvorteilhaftes Bild abgeben, ist allen Beteiligten klar. «Sicher wären wir gerne besser in die Entscheidungsprozesse involviert», formuliert die neue Präsidentin einen Wunsch. Kommentar rechts

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