Vor Jahresfrist taten sich die Rupperswiler extrem schwer mit dem Budget 2018. Schliesslich waren sie im März kantonsweit die Letzten, die den Voranschlag für das laufende Jahr genehmigten. Mit einer Steuerfusserhöhung von 5 Prozent.

Ursprünglich hatte der Gemeinderat 7 Prozent beantragt, war damit aber gescheitert. Am 23. November dürfte es bei der Behandlung des Budgets 2019 nicht mehr so heisse Diskussion geben. Denn das Wichtigste, der Steuerfuss, soll gemäss dem Antrag des Gemeinderates auf 97 Prozent belassen werden.

Keine Bevölkerungszunahme

Der Gemeinderat hat für die Einwohnegemeinde einen Aufwandüberschuss 521 400 Franken budgetiert. «Im Vergleich zum Finanzplan vom März 2018 ist dieses Resultat um 120 000 Franken besser», heisst es in den Unterlagen der Gemeindeversammlung. Mehr noch: «Die gemeinderätliche Vorgabe, die Ausgaben im Budget 2019 gesamthaft nicht mehr als 2 Prozent zu steigern, konnten umgesetzt werden.»

Die Gemeinde Rupperswil ist in den letzten Monaten nicht im erwarteten Ausmass gewachsen. Ende August sei die Einwohnerzahl praktisch gleich gewesen wie Ende 2017, schreibt der Gemeinderat. «Gemäss Finanzplan würde die Einwohnerzahl per Ende 2019 5680 betragen.» Es könne davon ausgegangen werden, dass diese Zahl nicht erreicht werde. Deshalb habe man im Budget 2019 mit einer Einwohnerzahl von 5640 gerechnet. Die geplanten Einkommens- und Vermögenssteuern würden 11,93 Millionen Franken betragen. Im Budget 2018 rechnete man mit 11,66 Millionen Franken. «Es ist festzustellen, dass das Budget 2018 erreicht oder gar leicht übertroffen wird», schreibt der Gemeinderat.

Höhere Ausgaben für Bildung

Im Budget 2019 ist der Bereich Bildung mit Kosten von 6,4 Millionen Franken nach wie vor der grösste Posten. Er weist gegenüber dem Budget 2018 Mehrkosten von gut 310 000 Franken aus. «Da bei der Primarschule die Schülerzahl um 2,6 Prozent auf 502 steigen wird, erhöhen sich die Kosten für die Lehrmittel», schreibt der Gemeinderat. «Zusätzlich fallen in einer ersten Tranche Ausgaben an von 31 000 Franken für den neuen Lehrplan 21. Weitere Kosten folgen in den Jahren 2020 und 2021. Für den bisher ohne Belastung des Schulbudgets vom eigenen Polizeipersonal durchgeführten Verkehrsunterricht müssen neu 13 000 Franken budgetiert werden.»

Weil die Zahl der in Lenzburg und Möriken-Wildegg unterrichteten Schülerinnen und Schüler ebenfalls ansteige, müssten für Schulgelder und Lehrerlohnanteile zusätzliche Kosten von 105 000 Franken budgetiert werden, so der Gemeinderat.

Nächstes Jahr ein Jugendfest

Im kommenden Jahr soll aber nicht nur unterrichtet, sondern auch gefeiert werden: «2019 findet das alle drei Jahre durchgeführte Jugendfest mit einem Kostenrahmen von 85 000 statt», heisst es in den Gemeindeversammlungsunterlagen.

Im Unterschied zu anderen Gemeinden erwartet Rupperswil im kommenden Jahr sinkende Ausgaben im Bereich Soziale Sicherheit. Der Nettoaufwand soll um 167 000 Franken auf 2,6 Millionen Franken sinken. Neben Mehrkosten bei der Alimentenbevorschussung und den Leistungen an Familien fallen erwarteten Minderausgaben bei Sozialhilfekosten (minus 197 300 Franken) und im Asylwesen (minus 21 700 Fr.) ins Gewicht. (uhg)