Lenzburg
Dieser Bauernhof macht der «Swissminiatur» Konkurrenz

Mit der Gartendekoration hält Hans-Rudolf Schmid Kindheitserinnerungen wach – das freut auch Passanten.

Janine Gloor
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Dieser Garten bringt vorbeigehende Spaziergänger zum Staunen.
5 Bilder
Zuoberst auf dem Gipfel steht ein Steinbock
Zu jedem Haus gehört ein passender Hund
In diesem Stall hat es Platz für viele verschiedene Tiere
Der Steingarten macht wenig Arbeit

Dieser Garten bringt vorbeigehende Spaziergänger zum Staunen.

Janine Gloor

Hans-Rudolf Schmid ist es gewohnt, dass die Leute vor seinem Haus stehen bleiben und neugierige Blicke in den Garten werfen. Die Neugierde der Passanten wird aber nicht etwa von besonderen Pflanzen angezogen. Der Steingarten vor dem Haus beheimatet eine anschauliche Miniaturwelt.

Im vorderen Teil reihen sich Walliser Stadel aus dunklem Holz aneinander, im hinteren Teil befinden sich die Ställe mit den Tieren.

Detailgetreue Miniaturwelt

Angefangen hat alles vor zwanzig Jahren. Hans-Rudolf Schmid und seine Frau Margrit sind bekennende Wallis-Fans. An einer Ausstellung kauften sie einen traditionellen Stadel und stellten diesen in den Garten. Der Stadel blieb nicht lang allein, bald kamen neue Häuschen dazu.

Viele der Häuser hat Schmid in stundenlanger Arbeit selber gebaut und mit Elektrizität ausgestattet, sodass nachts in den Fenstern Licht brennt. Die aufwendige Herstellung eines Häuschens kann bis zu einer Woche dauern, die Schmid in seiner Werkstatt im Keller verbringt.

Doch es wäre keine Miniaturwelt, wenn er bloss einige Häuschen in seinem Garten aufgestellt hätte. Liebevoll hat er sich um die Umgebung der Chalets und Ställe gekümmert.

Jedes Gebäude hat einen zum jeweiligen Baustil passenden Zaun erhalten, ein Hofhund fehlt ebenfalls nicht. Ein Berggipfel mit einem Steinbock zuoberst vervollständigt die alpine Idylle.

Ein helles Holzhaus setzt sich von den Walliser Stadeln ab, es ist ein Wohnhaus. Passend dazu steht ein schnittiger Sportwagen auf dem Vorplatz. Geschützt unter einer Tanne befinden sich die Ställe. Auch hier wird auf jedes Detail Wert gelegt, die Kühe grasen auf dem Rasenteppich oder liegen wiederkäuend im Stall, die Hühner sitzen auf der Stange.

Anlage ist wetterfest

Erfahrung mit Bauernhoftieren hat Schmid zur Genüge. Als Sohn eines Kleinbauern konnte er nach der Schule nicht wie die anderen Kinder einer Freizeitbeschäftigung nachgehen, sondern musste bis spät abends auf dem elterlichen Hof mithelfen. Die Kleinwelt im Garten entstand nach seiner Pensionierung.

«Die Tiere erinnern mich an meine Kindheit», sagt er. Doch er ist froh, dass sie nicht den gleichen Aufwand mit sich bringen. Schmid hat jedes Haus mit einem metallenen Dach versehen, damit ihnen das Wetter nichts anhaben kann.

Abgesehen von einigen heruntergefallenen Nadeln und Tannenzapfen, die jeweils im Frühling entfernt werden müssen, fällt keine Arbeit an. Die Schmids freuen sich, wenn ihr Garten die Blicke der Vorbeigehenden auf sich zieht.

«Manchmal bremsen nachts Autofahrer ab, weil sie in den Lichtern der Chalets einen Blitzkasten vermuten», lacht Schmid. Die neusten Bewohner des Gartens sind weisse Schafe aus Ton. Platz für weitere Häuser und tierische Bewohner hat es noch viel.

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