Werner Setz ist ein Minergie-Pionier, und energieeffizientes Bauen ist für ihn nicht nur Geschäftsmodell, sondern Herzensangelegenheit. Sein Architekturbüro ist seit 2002 Fachpartner des Vereins Minergie, 2003 erstellte es das erste Minergie-P-Haus der Schweiz. In Tennwil hat Werner Setz nun sein 100. Minergie-Gebäude erbaut, das darüber hinaus ein PlusEnergie-Haus ist. Am Samstag durften interessierte Besucher das Reihenhaus besichtigen.

«Früher wurde ich als Fantast bezeichnet», erzählte Werner Setz, der nur noch Häuser plant, die mehr Energie erzeugen als verbrauchen. «Heute zweifeln die Leute nicht mehr daran, dass es funktioniert.» Auch das Minergie-Holzhaus an der Tennwiler Rütigasse verfügt – neben dem Minergie-Standard – über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

Die gut 100 Besucherinnen und Besucher interessierten sich vor allem für die Technik, denn die drei Hausteile sind bereits verkauft. «Dass heutzutage günstiger selbst Strom produziert werden kann, als vom Elektrizitätswerk geliefert wird, erstaunte viele», meinte Setz. Fasziniert waren die Besucher auch von der Lage des Reihenhauses und der Idee des Architekten, das mittlere Haus zu drehen, sodass es über eine breitere Fensterfront verfügt und die Bewohner mehr von der fantastischen Aussicht haben.

Zusammen mit seiner Familie besichtigte Sacha Vogler das Haus. «Es gefällt mir sehr gut, vor allem die Umsetzung der Energieeffizienz. Die Beratung war vorzüglich, wir würden jedoch ein Haus in Massivbauweise vorziehen.» Ein anderer Besucher hingegen war gerade von der Holzkonstruktion begeistert. «Wir haben selbst ein Holzhaus, das jedoch schon älter ist, und haben nun gestaunt, welche Verbesserungen es unterdessen gibt, zum Beispiel bei der Dämmung des Trittschalls», erklärte er.

Werner Setz hofft, dass die Menschen noch mehr auf Umweltthemen sensibilisiert werden, wenn sie bauen. «Man muss doch an die Zukunft, unsere Kinder und die Artenvielfalt denken. Wenn man baut, nimmt man der Natur etwas weg, wir Architekten stehen in der Verantwortung, ihr wieder etwas zurückzugeben, zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage.» Diesen Weg geht Werner Setz nun schon seit Jahren konsequent. «Meine Enkel sollen einmal sagen können: Der Grossvater hat gute Häuser gebaut.»