Lenzburg
Diese Techniker machen Tricks möglich – ein Blick hinter die Kulissen des Gauklerfestivals

Direkt nach dem Wochenmarkt startet diesen Freitag in der Lenzburger Altsdtadt das 23. Lenzburger Gauklerfestival. Marc Vollmar und Stefan Heusler sind die beiden beiden Technikverantwortlichen und gewähren einen Blick hinter die Kulissen.

Markus Christen
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Die beiden Technikverantwortlichen Stefan Heusler und Marc Vollmar posieren vor einem Gauklerfestivalplakat in der Lenzburger Rathausgasse.

Die beiden Technikverantwortlichen Stefan Heusler und Marc Vollmar posieren vor einem Gauklerfestivalplakat in der Lenzburger Rathausgasse.

Markus Christen

Am Freitag dieser Woche muss alles sehr schnell gehen. Punkt 17 Uhr endet der Wochenmarkt in der Rathausgasse. Die Händler packen die Ware zusammen, bauen ihre Marktstände ab. Es bleibt nun genau eine Stunde Zeit bis zum Startschuss für das 23. Lenzburger Gauklerfestival in der Altstadt von Lenzburg. Bis zum Auftritt des zweiköpfigen «Zaubersyndikats» mit seiner Mixtur aus Komik, Zauberei und Theater auf der Festivalbühne, die in der Rathausgasse errichtet wird.

«Dieser Übergang von Wochenmarkt zu Gauklerfest ist minutiös geplant», sagt Stefan Heusler, «wir machen das ja auch nicht zum ersten Mal.» Zumindest im Falle von Stefan Heusler trifft dies zu. Seit vier Jahren ist der Architekt aus Lenzburg innerhalb des Festivalkomitees für die technischen Belange mit zuständig.

Geleitet wird der Bereich Infrastruktur von Marc Vollmar aus Wildegg. Der gelernte Bühnenmeister und langjährige technische Leiter des Tourneetheaters «Das Zelt» gibt heuer seinen Einstand beim Gauklerfestival, das im letzten Jahr über 10 000 Besucher in die Lenzburger Gassen lockte.

22. Auflagen ...

... gab es bisher des Lenzburger Kleinkunsttreffens. Das 23. Gauklerfestival in und um die Altstadt findet am nächsten Wochenende, vom Freitag, 12. August, bis zum Sonntag, 14. August, statt. Das detaillierte Programm ist einzusehen unter www.gauklerfestival.ch.

Sechs Bühnen und Spielstädte haben die beiden Technikverantwortlichen während dreier Festivaltage zu betreuen und nach den Bedürfnissen und Wünschen von insgesamt 24 Künstlern und Künstlerkollektiven einzurichten. Dazu gehört auch, Publikumsgassen für Feuerwehr und Sanität einzurichten. Ebenso mussten im Vorfeld der Veranstaltung die einzelnen Auftritte mit den Ladengeschäften koordiniert werden.

Ein Turm für Luftnummern

«Die Künstler am Gauklerfestival werden immer anspruchsvoller und professioneller», sagt Stefan Heusler. Dies liege auch an der Entwicklung der digitalen Medien und Videoportalen wie Youtube und einer daraus resultierenden potenziell weltweiten Konkurrenz. «Wir schauen aber schon, dass es nicht überbordet», so Marc Vollmar. «Am Festival soll eine lockere, gute Atmosphäre herrschen.»

In sogenannten technischen Ridern übermitteln die Künstler im Vorlauf zum Festival, welche Ansprüche sie an die Infrastruktur in Lenzburg stellen. Die Mitteilungen sind manchmal nur wenige Zeilen, in bestimmten Fällen bis zu zehn Seiten lang. Den grössten Aufwand wird in diesem Jahr eine 7,5 Meter hohe Metallkonstruktion verursachen. Der «Zirkus Gonzo» und die Gruppe «Cadute dalle Nuvole» werden an dieser ihre akrobatischen Luftnummern vollführen. Für Errichtung und Verankerung sind acht Personen nötig.

Nicht nur beim Publikum, auch bei den Gauklern selbst ist das Kleinkunstfestival äusserst beliebt. Aus 220 Anmeldungen konnten die Organisatoren ihre Auswahl an Artisten, Pantomimen, Clowns, Zauberern, Musikern und Feuerakrobaten treffen. «Unser Ziel ist es, dem Publikum jedes Jahr etwas Neues und Frisches zeigen zu können», sagt Stefan Heusler.

Fahnen zur Begrüssung

Dass die Stadt Lenzburg für dieses Jahr entschieden hat, die Festfahnen nach dem Jugendfest auch für das Gauklerfest aufgehängt zu lassen, freut die beiden Techniker besonders. «Das ist einerseits eine Willkommensbotschaft an die Gaukler. Andererseits eine Anerkennung der Bedeutung des Festivals für den Tourismus.»

Die grosse Unbekannte für eine Freiluftveranstaltung wie das Gauklerfest ist und bleibt das Wetter. «Bezüglich der Technik stellt schlechtes Wetter zwar kein grosses Problem dar, die Sicherheit hat sowieso immer oberste Priorität. Aber die Zuschauer bleiben halt weg.»

Marc Vollmar und Stefan Heusler können aber aus früheren Gesprächen mit den Künstlergruppen berichten: «Die Gaukler, die traditionell mit Hutgeld entlohnt werden, verdienen bei Regen nicht weniger. Die anwesenden Besucher kompensieren für die Abwesenden.» Ein schönes Kompliment an das Lenzburger Publikum.

Auf die Frage, woher die Motivation stamme, beim Gauklerfestival mitzuwirken und viele Stunden an freiwilliger Arbeit zu investieren, antwortet Stefan Heusler: «Ich möchte zur Belebung der Altstadt beitragen und finde, das Gauklerfestival passt hervorragend in die Altstadt. Marc Vollmar nimmt Bezug auf sein früheres professionelles Tourneeleben: «Wen man einmal den Fuss in der Manege gehabt hat, lässt das einen nicht mehr los.»

Verlosung:

Für den Comedy-Abend im Rahmen des Lenzburger Gauklerfestivals können az-Leser 3 mal 2 Tickets gewinnen:

Michael Elsener zeigt am Freitag, 12. August, 20 Uhr, im Gemeindesaal, sein Programm «Mediengeil».

Bewerben kann man sich mit Angabe der eigenen Adresse heute Montag, 8. August, bis 24 Uhr per Mail an: lenzburg@aargauerzeitung.ch.

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