Staufen

Diese Jungunternehmer haben mit ihrem Sport-Start-up grosse Pläne

Die Jungunternehmer Manuel Fasnacht, Dominic Bohler und Joël Gisler (v.l.).

Die Jungunternehmer Manuel Fasnacht, Dominic Bohler und Joël Gisler (v.l.).

Training allein macht nicht fit. Wer sich organisiert, kommt weiter, sagen drei Sportler und haben die Beratungsfirma meintrainingsplan.ch gegründet.

«Meine Kollegen können nicht verstehen, warum wir oft auch am Sonntag arbeiten. Doch es lohnt sich. Für uns ist jede neue Anmeldung ein toller Moment. Wir rufen uns dann immer gleich sofort an und erzählen einander die Neuigkeit», sagt Joël Gisler (19) und schaut lachend in die Runde.

Der Lenzburger befindet sich im vierten Lehrjahr in der Ausbildung zum Polymechaniker. Doch für ihn dient diese Lehre lediglich der finanziellen Absicherung. Er hat ganz andere Pläne.

Seit drei Jahren widmet Joël Gisler fast seine gesamte Freizeit dem Sport. «Obwohl ich schon früh auf hohem Niveau Unihockey spielte, wurde ich immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Mein damaliger Trainer empfahl mir, mich an einen Trainingsplan zu halten», erzählt Gisler.

Dies funktionierte so gut, dass Joël und sein Teamkollege, Dominic Bohler (20) aus Staufen, sich zunehmend dafür zu interessieren begannen.

Fast gleichzeitig begann sich Manuel Fasnacht (23) aus Gretzenbach ebenfalls mit diversen Trainingskonzepten auseinanderzusetzen. Der beim Wheeler Pro Team unter Vertrag stehende Profi-Biker erzählt: «Ich hatte schon unzählige Trainer mit den verschiedensten Trainingskonzepten. Ich habe mich immer für die Idee hinter dem Konzept interessiert und bei den Trainern nachgefragt. So habe ich mir schon früh ein breites Wissen über verschiedene Trainingsmethoden angeeignet.»

Nach dem Abschluss seiner Sport-KV Lehre 2015 begann er, für Bekannte und Freunde Trainingspläne zu erstellen. Dann er lernte Dominic und Joël Ende 2017 kennen. Die drei taten sich zusammen und hatten einen Plan: Schon Anfang 2018 kam es zur Gründung der Kollektivgesellschaft meintrainingsplan.ch.

Informationsflut als Problem

«Das Problem beim Sport ist nicht der Mangel an Informationen zu korrekten Trainings, sondern die regelrechte Flut an Informationen, die man online findet. Unsere Aufgabe ist, den Leuten die sinnvollste Trainingsmethode aufzuzeigen und zu erklären», sagen die Jungunternehmer. Seit der Gründung der Firma laufe es von Tag zu Tag besser.

Doch müssen auch Hürden überwunden werden: «Unser grösstes Handicap ist der Mangel an Zertifikaten. Keiner von uns hat Sportwissenschaften studiert, und so werden wir mancherorts nicht ernst genommen.» Doch sie lassen sich davon nicht demoralisieren. Zur Zeit besuchen die Drei einen J+S Trainerkurs und wollen sich auf diese Weise weiterbilden.

Viel Selbstdisziplin

«Die Phase der Unternehmensgründung als Kollektivgesellschaft war besonders schwierig. Wir mussten ein Geschäft aufbauen, aber gleichzeitig wollten wir unbedingt die Qualität unserer Trainingspläne aufrechterhalten», sagt Manuel.

Und Dominic fügt hinzu: «Generell ist ein gutes Zeitmanagement besonders wichtig. Wir arbeiten selber ‹nebenbei› in Vollzeitstellen. Das Business aufbauen, die Trainingsqualität aufrechterhalten und gleichzeitig in einem anderen Beruf arbeiten: All das braucht extrem viel Selbstdisziplin.»

Momentan werden 35 Athleten und Sportler von den drei Männern betreut. Die Klienten reichen von hochambitionierten Halb-Profis bis zur einfachen Hebamme, die sich in ihrem Körper wohlfühlen will.

«Unsere grosse Stärke ist die individuelle Anpassungsfähigkeit unserer Trainingspläne», sagt Dominic. Die drei Partner haben grosse Träume: Sie wollen ihre Reichweite vergrössern, Kapazitäten aufbauen, ihr Unternehmen in eine GmbH umwandeln. Im Moment sieht es nicht schlecht aus für sie.

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