Bettwil
Diese drei Frauen sorgen sonntags für den frischen Zopf im Briefkasten

Wenn andere noch schlafen, stehen drei Frauen sonntags früh auf, um Zöpfe zu backen. Dafür verwenden sie Urdinkel aus der Gemeinde – nach dem Motto «denn das Gute liegt so nah».

Barbara Vogt
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Seit vielen Jahren baut die Familie Huber auf dem Tannenhof Urdinkel an. Das Getreide liefert sie zum Mahlen in die Ferrenmühle in Kleinwangen. Mit dem eigenen Dinkelmehl stellt Landfrau Edith Huber Teigwaren her, die sie mit anderen Produkten in hübsche Geschenkkörbe verpackt und verkauft.

Seit Frühjahr gibts auch Dinkelzöpfe. Und dies sonntags. Zum Morgenkaffee und zur Zeitungslektüre. Edith Huber und ihre zwei Kolleginnen Luzia Marti und Jasmin Jaisli sind die fleissigen Frauen, die sich sonntags abwechslungsweise und in aller Herrgottsfrühe in die Küche stellen. Sie verkneten Dinkelmehl und andere Zutaten und stecken die Zöpfe in den Ofen.

Backwaren sind sonntags im Briefkasten

Spätestens bis 8.30 Uhr haben sie ihre Backwaren an ihre Kundschaft verteilt, respektive in die Briefkästen gelegt. Frühmorgens allein in ihren Küchen zu stehen, macht den Bäckerinnen nichts aus. «Es ist ein gutes Gefühl, andere mit unseren Zöpfen zu erfreuen», sagt Edith Huber. Für sie sei es ein schönes Gefühl, wenn sie im Auto sitze, die noch warmen Zöpfe neben sich. Und Luzia Marti legt sich, währenddem die Zöpfe im Ofen aufgehen, nochmals aufs Ohr.

Am Ostersonntag wurden die ersten Sonntagszöpfe gebacken. Anfänglich gab es sie nur jeden zweiten Sonntag. Im Sommer haben sich die Frauen aber entschieden, jeden Sonntag zu backen. Auf Wunsch produzieren sie auch Urdinkelbrot. Die Bestellungen müssen bis Samstagnachmittag aufgegeben werden.

Urdinkel soll bekannter werden

Die Bäckerinnen liefern insbesondere in Gemeinden, in denen sonntags keine Bäckerei offen hat. Sie wollen den Urdinkel bekannter machen. Aus dem Getreide könne man nicht nur dunkles Brot, sondern auch Zöpfe, Guetzli oder Teigwaren herstellen. «Uns ist es wichtig, ein heimisches Produkt zu verarbeiten und zu vermarkten.

Die drei Frauen sind der beste Beweis dafür, dass Landwirtschaftsbetriebe und nicht bäuerliche Familien miteinander harmonieren. Denn eine der engagierten Bäckerinnen ist keine Bäuerin. Aber Dinkelzöpfe mögen sie alle drei.