Seon

Diese Bibelfigur trägt neonfarbene Turnschuhe

Ruth (rechts) im Gespräch mit ihrer Schwiegermutter. Der Rucksack symbolisiert einen 20 Kilogramm schweren Getreidesack, den Ruth von ihrem zukünftigen Mann erhalten hat.

Ruth (rechts) im Gespräch mit ihrer Schwiegermutter. Der Rucksack symbolisiert einen 20 Kilogramm schweren Getreidesack, den Ruth von ihrem zukünftigen Mann erhalten hat.

In der zweiten Ferienwoche studieren die Kinder in der reformierten Kirche Seon in nur einer Woche ein ganzes Musical ein. Die leuchtenden Turnschuhe der Hauptdarstellerin sind jedoch nur während den Proben zu sehen.

Es ist die Geschichte einer treuen Seele, die am Samstag aufgeführt wird: Die Moabiterin Ruth entscheidet sich, ihr Land und ihr Volk zu verlassen, um mit ihrer Schwiegermutter Noomi in deren Heimatstadt Betlehem zurückzukehren.

Das Mädchen, das die Rolle der Ruth übernehmen wird, trägt leuchtend orange Turnschuhe. Diese hätten der betagten Schwiegermutter sicher den Weg durch die Wüste gezeigt. Doch das neonfarbene Schuhwerk kommt nur bei den Proben zum Zug, an der Aufführung werden die Kinder in historisch angehauchten Kostümen zu sehen sein. «Kartoffelsäcke», meint ein vorwitziges Mädchen. «Dafür müsst ihr euch dieses Mal nicht als Männer verkleiden», kontert der Theaterinstruktor.

Gelächter beim Heiratsantrag

Auf die Frage, was ihr an der Rolle der Ruth am besten gefalle, antwortet das Mädchen mit den Leuchtschuhen: «Dass ich so oft auf der Bühne stehen darf.» Sie fühlt sich wohl, wenn alle Augen auf sie gerichtet sind. Bei den Theaterproben kann sie ihren Text schon so gut, dass der Leiter sie oft ermahnen muss, ihn nicht zu schnell runterzurattern.

Einzig die Szenen mit Ruths zukünftigem Mann Boas bereiten der jungen Schauspielerin noch ein bisschen Schwierigkeiten. Ruth hat sich in ihren Chef Boas verliebt und schleicht sich in der Nacht zu seiner Schlafstätte, um ihm einen Heiratsantrag zu machen. In dieser Szene braucht es nur einen kurzen Augenkontakt zwischen Ruth und Boas und die beiden werden von einem Lachanfall geschüttelt, der selbst mit diversen Lockerungsübungen nur schwer einzudämmen ist.

Pfarrer Jürg von Niederhäusern ist zufrieden mit seiner Gruppe. 20 Kinder und ungefähr halb so viele Helfer sind dieses Jahr an der Produktion beteiligt. Viele der jungen Leiter standen früher selber auf der Bühne und opfern heute gerne eine Ferienwoche für das Musical. Am Morgen finden jeweils die Gesamtproben des Chors statt. Die Kinder haben die Lieder schnell im Ohr und verlangen lautstark nach ihren Lieblingssongs.

In den letzten Minuten vor der Znünipause werden sie merklich ungeduldig, nur mit der Aussicht auf einen Sack Sugus kann ihnen der geduldige Chorleiter von Niederhäusern noch ein paar letzte Töne entlocken. «Sie wollen immer nur jene Lieder singen, die sie schon können», sagt er im Anschluss.

Aufführung Samstag, 18. April, 17 Uhr in der reformierten Kirche Seon.

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