Ab November werden die Tage kürzer – und die Nächte dunkler. Zumindest auf der Widmi. Dort führt die SWL einen Pilotversuch durch. Um Energie zu sparen, werden die Strassenlampen auf dem Weg quer durchs Quartier zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr früh um 50 Prozent gedimmt. Anders als bei den bisherigen Strassenlampen ist dies bei den LED-Leuchten möglich.

Nach der Auswertung der technischen Daten und der Rückmeldungen der Anwohner werden nächste Schritte unternommen, wie zum Beispiel die Zeiten für die Reduktion definitiv festgelegt. Die SWL hofft, die Reduktion dauerhaft einführen zu können.

Zeit statt Wetter

Eine weitere Neuerung der SWL dürfte aufmerksamen Lenzburgern bereits aufgefallen sein: An manchen Abenden brennen schon die Strassenlampen, obwohl es noch sehr hell ist und die letzten Sonnenstrahlen noch nicht verschwunden sind. Zu solchen Situationen könnte es öfters kommen. Wieso wird die Beleuchtung nicht erst mit dem Einbruch der Dämmerung eingeschaltet? Grund dafür ist ein Wechsel der Steuerung, wie die SWL Energie AG mitteilt. Die Beleuchtung wird momentan nicht mehr über Dämmerungssensoren, sondern über eine Zeitschaltuhr gesteuert, die sich nicht vom Wetter beeindrucken lässt.

«Bisher wurden die Strassenleuchten in Lenzburg zentral gesteuert», schreibt die SWL. Sensoren massen die Helligkeit und verglichen die Daten mit dem aktuell herrschenden Wetter, um den idealen Zeitpunkt zum Ein- und Ausschalten der Strassenlampen zu bestimmen.

Der Schaltbefehl erfolgte über zwei Rundsteueranlagen, von denen jede für ein Gebiet der Stadt zuständig war. Die Rundsteuerung hatte noch eine weitere Funktion: Sie übermittelte Signale an Haushalte mit Elektroheizungen und -boilern, damit diese zu Niedertarifzeiten aufheizten. Dafür braucht es die Rundsteuerung heute jedoch nicht mehr, da die SWL intelligente Stromzähler und Lastschaltgeräte einbauen, die wissen, welcher Tarif gerade herrscht und die Heizungen und Boiler zur richtigen Zeit ein- und ausschalten. Aus diesem Grund ist die Rundsteuerung aufgehoben worden.

Zeitschaltuhren als Übergangslösung

Dass eine Zeitschaltuhr als Zwischenlösung installiert wurde, war nicht geplant. «Wir hätten gern eine nachfolgende Lösung gehabt», sagt Gian von Planta, Leiter Anlagen und Netze der SWL. Doch weil die Trafostation Lenzhard umgebaut wird, waren die Tage der Rundsteuerung schon früher gezählt. «Wir zogen es vor, die Rundsteuerung nicht auszubauen und nach dem Umbau der Trafostation wieder einbauen zu müssen», sagt von Planta.

Die Zeitschaltuhren sind eine Übergangslösung, teilt die SWL mit. Der Befehl für das An- und Ausschalten kommt von Schaltgeräten, die in den Transformatorenstationen der SWL eingebaut sind. Die programmierten Zeiten richten sich nach dem Sonnenauf- und -untergang. Alle zehn Tage wird die Zeit angepasst, sagt von Planta. Im Gegensatz zu den Dämmerungssensoren können die Zeitschaltuhren jedoch nicht spontan auf Wetterveränderungen reagieren. Nächstes Jahr soll wieder eine Steuerung mit Dämmerungssensoren eingebaut werden. Die SWL prüft derzeit ein solches System.