Lenzburg
Die «Villa Fischer» ist vorerst gerettet

«Ich bin hoch erfreut über den Entscheid des Stadtrates», erklärt der Jurist und Anwohner Claude Müller. Die "Villa Fischer" wird in den nächsten Jahren nicht von einem Neubau verdrängt.

Merken
Drucken
Teilen
Villa Fischer an der Bahnhofstrasse

Villa Fischer an der Bahnhofstrasse

Alfred Gassmann

Es wird im Rahmen der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) zu einer politischen Grundsatzdiskussion über das Schicksal des Gebäudes aus der Zeit um 1900 kommen. Diese wird dauern. In den nächsten drei bis vier Jahren wird ein Fonds der Credit Suisse den geplanten 6,8 Millionen Franken teuren Neubau ganz sicher nicht realisieren können.

Unter dem Titel «Internet-Panne gefährdet Villa» hatte die az im Mai über den Fall berichtet. Der Stadtrat hat jetzt das Baugesuch sistiert, bis die BNO-Revision über die Bühne ist. Er gibt in seinen Erwägungen zu, dass im Verfahren ein Zonenplan eine Rolle gespielt hatte, in dem der Ensembleschutz fälschlicherweise nicht eingezeichnet war. Dieser Plan war aus dem Internet ausgedruckt worden.

Der Stadtrat schreibt weiter: «Sowohl der Bauherrschaft wie auch dem Stadtbauamt ist aufgrund der rechtskräftigen Pläne bewusst, dass eine Baubewilligung nur unter dem Vorbehalt erteilt werden kann, dass die ‹Villa Fischer› formell aus dem Ensembleschutz entlassen werden würde.»

Wegen der politischen Diskussionen, die Claude Müller mit seiner Einsprache und die Grünliberalen mit einem Postulat ausgelöst haben, wird auf ein Teiländerungsverfahren der BNO verzichtet. (uhg)