Kein durchgehendes Trottoir, Kurven und eine Verengung zwischen Hausfassaden: Wer als Fussgänger die Unterdorfstrasse wählt, um die Bushaltestelle beim Restaurant Frohsinn zu erreichen, ist schlecht beraten. Vor allem das Teilstück zwischen Weberei- und Aabachstrasse ist unübersichtlich und deshalb gefährlich. Kreuzen sich hier zwei Lastwagen, müssen die Chauffeure anhalten oder über privaten Grund ausweichen. Bei rund 6000 Fahrzeugen, die jeden Tag auf der Kantonsstrasse zwischen Seon und Egliswil unterwegs sind, kommt dies nicht selten vor.

Mit solchen Manövern ist bald Schluss: Der Kanton wird 2014 und 2015 das 200 Meter lange Teilstück zwischen den Einmündungen Aabachstrasse und Seetalstrasse sanieren. Die Unterdorfstrasse wird dabei verbreitert und erhält auf der östlichen Seite durchgehend ein Trottoir.

Alte Stützmauer wird ersetzt

Leicht korrigiert wird dabei auch die Linienführung der Unterdorfstrasse: Im oberen Teil rückt die Strassenachse leicht nach Osten, im unteren Teil geringfügig nach Westen. Die sanierungsbedürftige Stützmauer auf der Westseite der Strasse weicht auf einer Gesamtlänge von 126 Metern einer neuen Winkelstützmauer. Der bestehende Fussweg zwischen Unterdorf- und Seetalstrasse wird zudem im Rahmen der Sanierung aufgehoben.

Das entsprechende Baugesuch liegt bis 6. März auf der Gemeinverwaltung auf. Im Projektbeschrieb ist von einem «minimalen Ausbaustandard» die Rede. Klar sind die Ziele formuliert: Nach der Sanierung sollen Lastwagen bei reduzierter Geschwindigkeit (bis 30 km/h) an jeder Stelle kreuzen können. Das Trottoir soll die Sicherheit für Fussgänger verbessern – vor allem auch im Hinblick auf die neue Seetalbahn-Haltestelle «Seon Nord» unweit der Unterdorfstrasse. Weil mit der Sanierung auch der rissige Strassenbelag saniert wird, werden im Winter weniger Unterhaltskosten anfallen, um die Schäden von eingedrungenem Wasser zu reparieren.

Erstes Gebäude 2011 abgebrochen

Die Strassensanierung schlägt mit 2,9 Millionen Franken zu Buche. Allein eine halbe Million kosten die Landkäufe, um die Kantonsstrasse zu verbreitern. Der Kanton übernimmt gemäss Verteilschlüssel 1,5 Millionen Franken, die Gemeinde Seon steuert 1,4 Millionen (48%) bei. Dieser Kredit war an der Gemeindeversammlung im Sommer 2012 genehmigt worden.

Der Startschuss zur Sanierung war schon im Dezember 2011 gefallen: Der Kanton brach damals die Liegenschaft am Engpass bei der Unterdorfstrasse 62 ab, die er zuvor in der Vorprojektphase gekauft hatte.