Den Haartrockner noch in der Hand, das Frotteetuch um die Hüften gewickelt, findet sich ein sprichwörtlicher Jedermann namens Kevin aus seinem wohltemperierten Badezimmer plötzlich ins unwirtliche Mittelalter gezaubert. Die verblüffende Zeitreise, vollführt durch den tendenziell begabten Magier Mengo, bildet den effektvollen Auftakt zur neusten Theaterproduktion der Theaterlüüt Othmarsingen. Das Stück kommt ab dem 22. März in der der Mehrzweckhalle viermal auf die Bühne.

«Arcadia» ist der Titel dieses Märchens für Erwachsene, doch die Anspielung auf die idyllische Hirten- und Schäfchenwelt Arkadien führt hier bewusst in die Irre. Denn, im Fantasieland, das auf der Bühne präsentiert wird, hat das Böse längst Einzug gehalten.

Kevin aus der Zukunft, gespielt von Roland Steimer, wurde geholt als Held wider Willen, um Prinzessin Lyssa aus den Fängen von zwei Hexen zu befreien. Diese brauchen die Tränen der Königstochter für einen Zaubertrank.

Und dieser soll sie wieder jung und begehrenswert machen. Doch als wäre dies nicht schon genug an Ungemach, öffnet sich auch noch das Tor zur Unterwelt und der dunkle Herrscher Balor beginnt, im Fantasialand Schrecken und Kummer zu verbreiten.

Regisseurin machte Kostüme

«Arcadia ist schon das zweite oder dritte Märchen, das wir mit unserem Theaterensemble aufführen», sagt Lukas Frey, Präsident der Theaterlüüt Othmarsingen, am Rande einer Probe. Er schlüpft im Stück in die Rolle des Alchemisten Mengo. «Märchen eignen sich für die Bühne insbesondere, weil sie sehr facettenreich sind. Die grossen Themen von Macht und Liebe spielen eine wichtige Rolle. Und die Stimmungen reichen von ernst und traurig bis zu heiter und lustig.»

Verkleidet in den von Regisseurin Brigitte Wyss entworfenen und genähten Märchenkostümen können die zwölf Schauspielerinnen und Schauspieler des Amateur-Theaters ihrer Spielfreude freien Lauf lassen. Das Motiv der Zeitreise erlaubt es zudem, amüsante Diskrepanzen zwischen der modernen Welt und altertümlichem Brauchtum zu inszenieren.

Und nicht umsonst trägt das Stück den Titelzusatz «für Erwachsene». Bisweilen geht es auf der Bühne auch ein wenig schlüpfrig und furchteinflössend zu und her. «Eine Herausforderung bei den Probearbeiten war es, sicherzustellen, dass das Bühnengeschehen nicht in den Klamauk kippt», sagt Regisseurin Brigitte Wyss. «Denn die Botschaft des Theaterstücks ist eine tiefgründige über den Kampf und das Zusammenwirken von Gut und Böse.»

Überzeugen können die kommenden Aufführungen der Theaterlüüt Othmarsingen derweil auch durch ihre fantasievolle Bühnen- und Kulissengestaltung. Allein das Hexenhaus, das den Eindruck macht, als sei es knarzend aus dem Boden gewachsen, bietet einen famosen Anblick. Entstanden sind die Kulissen unter den werkenden Händen von Lukas Frey. Nach 35 Arbeitstagen, sagt er, habe er aufgehört, sich über seinen Aufwand Gedanken zu machen. «Das Theater ist für mich eine Sache, die ich mit Herzblut mache.»

Aufführungen von «Arcadia» am 22. und 23. März sowie am 29. und 30. März jeweils um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Othmarsingen. Ticketreservationen unter www.tl-o.ch.