Die acht riesigen Platanen sind aus dem Altstadtbild kaum wegzudenken. Seit Jahrzehnten gehören sie zum Brättligäu wie die Autos, die auf den Abstellplätzen unter ihrem Astwerk parkieren.

Doch wird sich dies nun grundlegend ändern: Sechs der Bäume im Brättligau und zwei beim Alten Gemeindesaal sind seit langem krank und müssen deshalb gefällt werden. Baumstamm und Äste der rund sieben Meter hohen Hölzer sind im Innern morsch und verfault. In der kommenden Woche rücken die Arbeiter an, um die ersten drei Exemplare im Brättligäu, die an den Kronenplatz grenzen, zu fällen. Ihre Stämme sind bereits mit einem lilafarbenen Punkt markiert. Die übrigen knorrigen Bäume werden in den kommenden zwei Jahren in zwei Etappen folgen.

Weshalb die Bäume erkrankt sind, sei längst bekannt, weiss Peter Ulmann vom Bauamt Lenzburg. «Vor rund dreissig Jahren sind die Platanen viel zu radikal zurückgeschnitten worden.» Anschliessend habe es zu lange gedauert, bis das schützende Astwerk wieder nachgewachsen war.

Sicherheit geht vor

In der Zwischenzeit waren die Bäume von der prallen Sonne bereits verbrannt. «Dass die rund achtzig Jahre alten Bäume nicht mehr gerettet werden können, ist schon seit zwanzig Jahren bekannt», sagt Peter Ulmann. Mit entsprechender Pflege habe man ein Fällen bisher immer wieder hinauszögern können. Doch damit ist nun Schluss: Im vergangenen Sommer ist an einem der Bäume ein Ast abgebrochen, deshalb sind die Platanen zu einem Sicherheitsrisiko für Menschen und Fahrzeuge geworden.

«So ein Ast wiegt einige hundert Kilogramm», erklärt Ulmann. Hätte man mit dem Abholzen weiter zuwarten wollen, hätte jeder einzelne Ast von einem Baumpflegespezialisten auf seine Belastung hin geprüft werden müssen. Weil jedoch davon ausgegangen werden muss, dass die bereits stark belasteten Bäume nicht mehr jedem Sturm standhalten können, morsche Äste abbrechen könnten, hat die Stadt davon abgesehen.

Junge Bäume werden gepflanzt

Die Fällarbeiten der ersten Etappe werden wohl nicht mehr als einen Tag in Anspruch nehmen. Die Strasse wird nicht grundsätzlich gesperrt. Wenn die Situation brenzlig wird, werde der Verkehr kurzzeitig angehalten, sagt Ulmann. Sind die Baumstämme erst einmal gefällt, wird auch das Wurzelwerk mit einer Wurzelfräsmaschine entfernt.

Damit entsteht Platz für Jungwuchs. Das Brättligäu soll keinesfalls baumlos werden. In jedes Erdloch, das mit dem Fällen einer Platane entsteht, wird ein Jungbaum eingepflanzt. Die Stadt will den Ring aus Platanenbäumen, der die Altstadt säumt, unbedingt erhalten.