Niederlenz will nicht mit dem Dachverband der Schweizerischen Gemeinnützigen Frauen (SGF) im Rothbleiche-Areal Land abtauschen. Eine gemeinsame Testplanung der beiden Nachbarn eines total 3,3 Hektaren grossen Grundstücks hatte aufgezeigt, dass mit einer 90-Grad-Drehung der heutigen Grundstückbesitzverhältnisse die Nutzungsbedürfnisse der beiden Partner am besten gedeckt würden. Die Gemeinde muss neuen Schulraum schaffen, ebenso steht der SGF mit der Gartenbauschule vor grösseren Investitionen.

Die Stimmbürger sahen dies jedoch ganz anders. Sie lehnten am Mittwochabend den Antrag des Gemeinderates zur Erteilung eines Mandats für Vertragsverhandlungen über einen Tauschhandel mit 110 zu 43 Stimmen ab.

Flächenreduktion nicht goutiert

Dem Beschluss vorausgegangen war eine heftige Debatte, die weit über das traktandierte Thema hinausführte. Man mache sich so abhängig vom Nachbarn, hiess es. Man wolle nicht Geld ausgeben, für etwas, das am Schluss weder gebraucht noch finanziert werden könne.

Ebenso vehement wurde gegen die Verkleinerung der gemeindeeigenen Landfläche votiert, welche für Niederlenz aus dem Geschäft resultiert hätte. Gebe man die Landreserven einmal aus der Hand, so seien sie für immer weg. Dies sei ungünstig in einem Zeitpunkt, wo der Gemeinde in den kommenden Jahren ein fünfzigprozentiges Bevölkerungswachstum prognostiziert werde, wurde moniert.

Keine Vertragsvarianten erwünscht

Niederlenz braucht neuen Schulraum: Die angedachten, neuen Grundstückbesitzverhältnisse hätten beispielsweise den Bau eines neuen Schulhauses erlaubt, ohne teure Provisorien aufstellen zu müssen. Der Schulbetrieb hätte am bisherigen Areal weitergeführt werden können, so hatte der Gemeinderat an den Informationsveranstaltungen argumentiert.

Dieses Ansinnen wurde nun als «finanzielles Abenteuer» tituliert. Bevor man eine neue Baute aufstelle, müsse eine Sanierung des bisherigen Schulhauses seriös geprüft werden. «Die Verkleinerung des Schulareals geht auf Kosten des Pausenplatzes. Was jetzt gespart wird, wird später als Therapiekosten für die Schulkinder wieder anfallen», sagte ein Stimmbürger. Gemeindeammann Jürg Link fand mit seinem Argument wenig Gehör: Die frei werdende Fläche könnte einer neuen Nutzung zugeführt werden. Bei einer allfälligen Umzonung würde so ein Mehrwert entstehen.

Man wolle diese Mehrwertabschöpfung lieber ohne Vertrag, hiess es.

Wenig Zuspruch fand der Antrag des ehemaligen Gemeindeammanns Maurice Humard. Er sprach sich dafür aus, mit dem SGF zwei Vertragsvarianten auszuarbeiten: Landabtausch mit gleichzeitigem Landverkauf wie vorgesehen und zusätzlich einen Landabtausch mit Beibehaltung der eigenen Grundstückfläche. Der Souverän könne dann unter den beiden Lösungsmöglichkeiten seine Entscheidung für oder gegen einen Abschluss treffen.

Auf heutigem Areal planen

Die im Saal Anwesenden mochten auch diesem Votum nicht folgen: Man wolle keine weiteren Experimente, die nur Zeit verschlingen und viel Geld kosten. Die Stimmberechtigten folgten dem Antrag von Noch-Schulpflege-Präsidentin Sandra Wild (tritt das Präsidium per 1. August an Andreas Kilchenmann ab), die anstehende Schulraumplanung auf dem bestehenden Schulareal weiterzuführen und auf die Wintergemeinde einen entsprechenden Planungs- und Projektierungskredit vorzulegen, mit 138 Ja- zu 4 Nein-Stimmen.

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