Othmarsingen
Die Stiftung Schürmatt eröffnet 2015 ein neues Oberstufenzentrum

Das Projekt stand im Grundsatz nie zur Diskussion. Trotzdem sorgte der Verpflichtungskredit von 7,8 Mio. Franken an der Gemeindeversammlung für eine lange Debatte, bevor er grossmehrheitlich gutgeheissen wurde.

Ruth Steiner
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Schulhaus Grün wird saniert. az

Schulhaus Grün wird saniert. az

Walter Schwager

Die Bevölkerung unterstützt die Absicht, das Oberstufenschulhaus der Stiftung Schürmatt zu vermieten. Und sie begünstigt das um 1,5 Mio. Franken teurere Projekt 2 «Mensa Nord» zur Sanierung und den Umbau des Oberstufenschulhauses.

Die Stiftung Schürmatt wird ab 2015 ein «Heilpädagogisches Zentrum für Werkstufe und Berufsvorbereitung» einrichten.

Trotz des klaren Ergebnisses der Gemeindeversammlung (125 Ja, bei 10 Nein und 7 Enthaltungen), der 7,8 Mio. Franken schwere Brocken sorgte für reichlich Diskussionsstoff.

Genügend Raum für Primarschule

Skepsis wurde beispielsweise darüber geäussert, ob nicht zu viel Raum vermietet werde und für die eigenen Schüler letztendlich zu wenig Kapazität vorhanden sei.

Der zuständige Gemeinderat, Vizeammann Hans Rätzer, räumte die Bedenken aus. Das Raumkonzept berücksichtige das Wachstums des Dorfes und habe für die eigenen Schüler deshalb pro Schulstufe Raumkapazitäten für zwei Klassenzüge vorgesehen.

Bis dieses Potenzial jedoch ausgeschöpft sei, müsse die Bevölkerung stark zulegen. Schulpflegepräsident Mark Hämmerli versicherte, dass während der Umbauzeit den Lärmimmissionen Rechnung getragen werde und man wo nötig den Schulbetrieb in andere Räume in der Schulanlage auslagere. Derzeit geht die Behörde im kommenden Schuljahr 2014/15 von 148 Schülern in 8 Klassen aus.

Mensa für Vereine kostenlos

Für einzelne Anwesende stellten sich weitere Fragen wie: Wohin mit der Dorfmusik, welche derzeit in der alten Turnhalle übt oder ob die neue Mensa für die Vereine künftig gebührenpflichtig werde.

Für die Musik werde man schauen und was die Vereine anbelange, so würde er wohl im Sinne seiner Ratskollegen sprechen, wenn er bereits heute eine kostenlose Nutzung zusichere, versprach Vizeammann Rätzer.

Langjähriger Mietvertrag

«Die neue Mieterin hat uns eine Erstlaufdauer des Mietverhältnisses von 15 Jahren zugesichert», hatte Hans Rätzer bei der Vorstellung des Projekts zuvor eröffnet.

Für die Gemeinde sei «das Risiko auf einem absoluten Minimum», würden doch auch die Kapitalkosten «mit dem heutigen Stand der Mietzinsverhandlungen mehr als nur gedeckt».

Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Niklaus Wirz ergänzte, dass die Mietzinseinnahmen nicht nur die Kapitalfolgekosten, sondern auch die Abschreibungen und möglicherweise sogar das Schulgeld für die nach Lenzburg entsandten Oberstufenschüler decke.

In einem flammenden Appell machte er sich für das Kreditbegehren stark: «Es ist eine tolle Chance für das Dorf, eine gute Sache für den Finanzhaushalt und mit der Schürmatt haben wir einen guten Mieter an der Hand.»

Die Stiftung Schürmatt beabsichtigt, den Schulbetrieb mit 50 Schülern aufzunehmen. Dieser wird mit der Zeit bis auf 80 Jugendliche ausgebaut. Damit bleibt die Schülerzahl unter der bisherigen Oberstufe.

Bahnhofausbau bewilligt

Alle übrigen Geschäfte wie der Verpflichtungskredit für die Sanierung und den Ausbau der Publikumsanlage Bahnhof von 392 000 Franken, der Projektierungskredit für die baulichen Massnahmen bei den Alterswohnungen Waldrüti, die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland sowie das Budget 2014 wurden ohne Wortmeldung genehmigt. Der Steuerfuss beträgt 112 Prozent.