Lenzburg-Hendschiken
Die Stadtkirche wird sanft saniert

Die Reformierte Kirchgemeinde genehmigte einen Baukredit von 1,775 Mio. Franken für die Renovation der Stadtkirche. Gleichzeitig soll die Orgel ausgereinigt und überholt werden.

Heiner Halder
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Der Glockenstuhl der Stadtkirche wird ersetzt.

Der Glockenstuhl der Stadtkirche wird ersetzt.

Nach 25 Jahren sei die Substanzsicherung sowie die Erneuerung der technischen Einrichtungen nötig, erklärte Kirchenpflegepräsident Johannes Burger den 56 Anwesenden in Hendschiken. Im Deckenbereich hat es Risse, welche die Stuckaturen gefährden, die Leuchtkörper zeigen Alterserscheinungen. Bei Bedarf werden die Epitaphe und die Magistratentafel (Wappen) aufgefrischt. Aussenrum sind Wasserschäden am Turm sichtbar, die Fassaden müssen von schädlichem Schmutz befreit, schadhafte Stellen erneuert werden. Die ganze Kirche wird eingerüstet, was Sanierungsarbeiten auf dem Dach vereinfacht.

Ein grosser Teil der Investition betrifft technische Verbesserungen. Eine vernetzte Steuerung für Akustik, Glocken, Licht, Heizung und Türschliessung bringt Vereinfachungen bei den Abläufen und spart Heizkosten. Schliesslich soll der 80-jährige Glockenstuhl ersetzt werden, was die Sicherheit gewährleistet.

Keine Stühle anstelle Bänken

Böden und Bänke werden nicht angetastet; ein Vorschlag auf Bestuhlung und Freiraumerweiterung für Apéros und Aktivitäten, was auf Grund des durchschnittlichen Besuches problemlos wäre, wurde auf Anraten von Denkmalpfleger Jonas Kallenbach von der Kirchenpflege abgelehnt: Die Bänke sind als Bestandteil der Kirche geschützt, «mit Stühlen kommen auch nicht mehr Leute in die Kirche.»

Aus Spargründen wurde die vom Organisten gewünschte klangliche Verbesserung der Orgel diskutiert, währenddem die Ausreinigung unbestritten war. Dafür stehen aus dem Legat Olga Häusler 103 000 Franken, aus dem Orgelfonds 4800 Franken zur Verfügung. Dazu werden noch Donatoren gesucht. Gefordert wurde ein Gesamtkonzept für die kirchlichen Bauten und auf den Sanierungsbedarf beim Kirchgemeindehaus hingewiesen. Die Abstimmung ergab 37 Ja zu 12 Nein bei 6 Enthaltungen. Die Arbeiten dauern vom August 2016 bis im Frühjahr 2017. Die Jugendfestfeiern am traditionellen Ort sind sicher gestellt.

Das ausgeglichene Budget bei gleich bleibendem Steuerfuss von 17 Prozent wurde genehmigt und mit Bedauern zur Kenntnis genommen, dass Pfarrer Olaf Wittchen im Frühling in Pension geht und «Lenzburg den Rücken kehrt». Die leerstehende Wohnung im alten Pfarrhaus ist asylsuchenden Menschen zur Verfügung gestellt und wunschgemäss von einer syrischen Kurden-Familie mit zwei kleinen Kindern bezogen worden.