Ammerswil
Die Sonderbar hatte einst Kultstatus. Jetzt ist sie wieder offen

Vor dreissig Jahren war die Sonderbar der Treffpunkt der Jugend in der Region. Auch Jean-Claude Bruhin verkehrte regelmässig dort. Er hat für die az die jetzt unter altem Namen wiedereröffnete Barbesucht.

Jean-Claude Bruhin
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Besucher feiern die Wiedereröffnung der einst legendären Sonderbar in Ammerswil.

Besucher feiern die Wiedereröffnung der einst legendären Sonderbar in Ammerswil.

zvg

Die Sonderbar war einmal eine Kultbar. Ihre grosse Zeit war inmitten der Achtzigerjahre. Die Jugendbewegungen waren mittlerweile verklungen, aber noch immer fehlten geeignete Treffpunkte und Partylokale in der Region. Die Sonderbar in Ammerswil besass damals alle Ingredienzien, die ein In-Lokal der damaligen Zeit benötigte: Zeitgemässe Musik in entsprechender Lautstärke, junges und aufgeschlossenes Personal und viele coole Drinks.

Schon bald wurde das Lokal weit über die Region hinaus zum Geheimtipp der Jugend und Junggebliebenen. Ammerswil war Dreh- und Angelpunkt der heimischen Ausgangsszene und erlebte manche wilde Party und – insbesondere an den Wochenenden – mehr Besucher und Motorenlärm, als das kleine Walddorf je gesehen hatte. Die Sonderbar war in der Region damals einzigartig.

Eröffnung mit Live-Musik

Mit dem damaligen In-Lokal hat die heutige Sonderbar nur noch den Namen und den Standort gemeinsam. Die alten wilden Zeiten wieder aufleben lassen will das heutige Besitzer- und Betreiberpaar Marcel und Brigitte Stadelmann auch gar nicht. Doch soll es ein Ort werden, wo man sich gerne auf einen Drink trifft.

Nach dem «Soft-Opening» im Dezember fand am Samstag in der Bar ein offizieller Eröffnungsapéro statt. Alleinunterhalter «Chäbu Ming» aus Hergiswil griff in die Tasten und spielte einen Musikmix von A wie «Alperose» bis Z wie «Zillertaler Hochzeitsmarsch», während sich Barmaid Fabienne Reber aufmerksam um die anwesenden Gäste kümmerte.

Bar anstelle Beiz

Seit das Restaurant «Rütli» geschlossen wurde, hat es in Ammerswil keine Beiz mehr. Das Restaurant hatte bewegte Zeiten hinter sich, bevor die Türen vor einem Jahr endgültig zugingen. In der Liegenschaft war auch die Sonderbar eingerichtet und wurde zuletzt unabhängig vom Restaurant betrieben. Der heutige Besitzer, Marcel Stadelmann, Architekt aus Hilfikon, hat das ehemalige Restaurant anschliessend in ein Wohnhaus mit vier Wohnungen umgebaut. Nachdem der ursprünglich geplante Neubau nicht realisiert wurde, reifte der Entschluss, anstelle einer weiteren Wohnung die Bar wieder aufleben zu lassen, erzählt Stadelmann.

«Die Sonderbar ist ein Treffpunkt für Jung und Alt. Geplant sind Unterhaltungsabende mit Live-Musik und DJs der 80er-und 90er-Jahre, und im Sommer werden Grillpartys in der Gartenwirtschaft durchgeführt», beschreibt er sein Konzept. Auch wenn keine Rückkehr der wilden Sonderbar-Jahre angesagt ist, steht es einem 700-Seelen Dorf gut an, mindestens ein «angeschriebenes Haus» zu besitzen, wo sich die Bevölkerung zu einem Feierabendbier treffen kann. Auch bleibt zu hoffen, dass die Ammerswiler Bevölkerung das Angebot nun auch nutzt.

Übrigens: Für die Ammerswiler und für die Vereine wurde in der neuen Sonderbar extra zusätzlich eine Jassecke eingerichtet.

Die Sonderbar ist geöffnet jeweils Dienstag bis Samstag ab 17 Uhr bis Mitternacht, Freitag und Samstag bis 2 Uhr.