Lenzburg
Die Sicherheit auf dem Schulweg als oberstes Gebot

In Lenzburg sollen ein Primarstufenzentrum im Angelrain und ein Oberstufenzentrum im Lenzhard entstehen. Zur Schulraumplanung wurde ein Meinungsaustausch zwischen Behörden und Petitionären organisiert.

Markus Christen
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Die Teilenehmer des Podiums, von links: Stefan Roth (Regionalpolizist), Emil Klaus (Schulleiter), Thomas Oertig (Mitglied Schulpflege und Verkehrskommission), Diskussionsleiterin Sabine Sutter, Stadtammann Daniel Mosimann, Christian Brenner (Leiter Tiefbau) und Nicole Gisi (Vertreterin der Petitionäre). mch

Die Teilenehmer des Podiums, von links: Stefan Roth (Regionalpolizist), Emil Klaus (Schulleiter), Thomas Oertig (Mitglied Schulpflege und Verkehrskommission), Diskussionsleiterin Sabine Sutter, Stadtammann Daniel Mosimann, Christian Brenner (Leiter Tiefbau) und Nicole Gisi (Vertreterin der Petitionäre). mch

Während der Einwohnerratssitzung im Dezember des vergangenen Jahres hat der Stadtrat sein Planungskonzept für die Regionalschule in Lenzburg vorgelegt. Entstehen sollen ein Primarstufenzentrum im Angelrain und ein Oberstufenzentrum im Lenzhard.

Derzeit werden die beiden Schulzentren von Oberstufen- und Primarstufenklassen gleichermassen genutzt.

Von der Konzentrierung der Ober- sowie der Primarstufen auf je einen separaten Standort versprechen sich Schul- und Stadtbehörden pädagogische, soziokulturelle und schulorganisatorische Vorteile nebst einer stufengerechten Infrastruktur.

Petition aus dem Westquartier

Allerdings resultiert aus der neuen Zuweisung der Schüler zu den zwei Schulzentren insbesondere für einige Primarschüler ein deutlich längerer Schulweg.

Aus diesem Grund haben 350 besorgte Eltern aus dem Westquartier eine Petition an den Stadtrat unterzeichnet.

Sie lehnen das Schulraumplanungskonzept ab und fokussieren mit ihren Bedenken auf zwei wesentliche Punkte: Mit einem Schulweg von bis zu 1,4 Kilometer bleibe den noch ganz jungen Kindern über den Mittag nicht genügend Erholungszeit. Ausserdem bringen die Eltern grosse Vorbehalte zum Ausdruck, was die Sicherheit des Schulweges zum Angelrainschulhaus betrifft.

Erfahrungen sammeln

Mit der CVP Lenzburg hat sich eine politische Partei der Bedenken der Petitionäre angenommen und vorgestern im Familienzentrum am Walkeweg einen Meinungsaustausch unter Behörden, Eltern und Schule organisiert.

Dabei wurde schnell deutlich, dass der Stadtrat mit Unterstützung aller involvierter Behörden vom aufgegleisten Planungskonzept nicht abrücken wird. Voraussichtlich im Februar soll die Bevölkerung über die mit den Schulstandorten verbundenen Baukredite abstimmen können.

«Es gibt auch keinen Plan B», sagt Stadtammann Daniel Mosimann. «Das vorgelegte Konzept ist in unseren Augen optimal. Wenn wir diese Chance jetzt verpassen, dann zementieren wir für die kommenden 30 Jahre eine schlechte Lösung für alle Beteiligten und es werden viele Schwierigkeiten auf uns zukommen.»

In Bezug auf den längeren Schulweg verweist der Stadtrat auf eine Empfehlung des Bundesrats, die einen Schulweg von bis zu 1,5 Kilometer als zumutbar ausweist.

Bezüglich der Sicherheitsbedenken versichert Daniel Mosimann den rund 30 anwesenden Eltern im Familienzentrum, dass man diese sehr ernst nehme.

Während des Meinungsaustauschs machen die Eltern auf verschiedene Gefahrensituationen des Schulweges aufmerksam. Diese wolle man, sagt Christian Brenner, Leiter Tiefbau, genau untersuchen.

Unter Umständen, so der Stadtammann, sei mit dem Regionalbus Lenzburg auch eine Fahrplanabstimmung auf den Stundenplan möglich. Nicht wünschenswert wäre allerdings, wenn die Eltern künftig ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren würden.

«Denn», sagt Regionalpolizist Stefan Roth, «die Erfahrungen auf dem Schulweg tragen viel zur körperlichen Entwicklung, zur sozialen Kompetenz und zum Verkehrsverständnis der Kinder bei.»

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