Seit 1986 geben Dorli und Enzo Del Mese-Fischer in ihrer Galerie den Werken des 2004 verstorbenen Innerschweizer Künstlers Hermann Holzer ein Gesicht. Dem einen oder anderen Besucher sind seine expressiven Werke schon in Kinderbüchern begegnet. So kommen bei den Gästen in der farbenfrohen Ausstellung so etwas wie vertraute Déjà-vu-Gefühle auf.

Holzers Bilder strömen den sympathischen Duft von Walderde aus, aber auch denjenigen von der grossen weiten Welt und der Weite des Meeres.

Die subjektiv empfundenen Gefühle wurden an der Vernissage in den Worten von Kunstkritiker Dr. Martin Kraft untermauert.

Kunst und Kunsterziehung

Der 1942 geborene Österreicher Hermann Holzer kam 1962 in die Schweiz, um sich an der Luzerner Kunstgewerbeschule zum Zeichenlehrer auszubilden. Seinen Brotberuf übte er gerne aus, obwohl ihm für eigenes Schaffen wenig Raum blieb.

In seinen Bilderbüchern fand er ausserhalb des offiziellen Unterrichts eine eigene Verbindung von Kunst und Kunsterziehung. Für den Künstler war es ein Anliegen, Kunst nicht allein von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben aufzubauen. Dazu gehörten auch sozialkritische Arbeiten. «Man muss bei den Jungen beginnen», erklärte Holzer seine Auffassung von der Kunst.

Den nötigen Ausgleich für seine Arbeit fand er auf Reisen, die ihn mit seiner Frau nach Südeuropa geführt haben, aber auch beim Bergsteigen.

Fernere Ziele waren für ihn Brasilien, Ägypten, Indien, Indonesien, Papua-Neuguinea, die Fidschi Inseln. Hier fand die Kommunikation «ohne Worte» statt, die sich später in der Kunst von Hermann Holzer widerspiegelte.

Unverhüllt oder verschleiert

In Holzers Bildern finden sich Motive wie Geckos, die über die Wände huschen oder Fische, die er auf langen Bootsfahrten beobachtete. «Und immer wieder das menschliche Gesicht, unverhüllt oder verschleiert, maskiert, geschmückt, mit Federn», fügte Martin Kraft an.

Noch mehr als das Abenteuer des Dschungels habe den theaterbegeisterten Künstler die Begegnung mit fremden Kulturen fasziniert, wie sich dies in traditionellen, rituellen Tanzspielen manifestierte. Sichtbar zu machen, was diese Begegnungen mit ihm auslösten, war spannend und inspirierend für den Künstler.

Weil es nichts eindeutig zu erkennen und zu benennen gebe, seien Holzers Bilder in hohem Mass interaktiv, meinte Martin Kraft. Es lasse sich philosophieren und politisieren, die entsprechende Lösung liege beim Betrachter. Dann spüre man etwas von dem Fernweh, das den Künstler angetrieben haben müsse, von einer Sehnsucht nach dem ganz anderen, die sich in kleinen Stücken erfüllen lasse.

Manchem trete man mit tagheller Klarheit entgegen, vieles bleibe im Geheimnisvoll-Unfassbaren verborgen und geborgen.

Öffnungszeiten. Die Ausstellung in der Galerie Del Mese-Fischer an der Seefeldstrasse 10 dauert bis 22. Oktober. Zeiten: Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr. Samstag, 14 bis 17 Uhr. – Internet: www.delmesefischer.ch. E-Mail: info@delmesefischer.ch. Telefon 0566671828.