Niederlenz
Die Sanierung des Dorfplatzes von Niederlenz wird vorgezogen

Lange Wartezeiten an den Ampeln, verärgerte Autofahrer. Die Sanierung des Dorfplatzes wird vorgezogen. Die Strasse wird jetzt wieder einspurig – aus Rücksicht auf Autofahrer wird das Bauprogramm angepasst.

Ruth Steiner
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Die bald 80-jährige Linde auf dem Dorfplatz bleibt bestehen und erhält einen Pflegeschnitt. Ruth Steiner

Die bald 80-jährige Linde auf dem Dorfplatz bleibt bestehen und erhält einen Pflegeschnitt. Ruth Steiner

Lange Wartezeiten an den Lichtsignalen und als Folge davon verärgerte Automobilisten prägten vergangenes Jahr die Sanierung des nördlichen Teilstücks der Hauptstrasse vom Steg Mühle bis zur Abzweigung Schürz.

Nun werden am kommenden Montag die Ampeln erneut aufgeschaltet. Infolge der Sanierungsarbeiten am südlichen Strassenabschnitt vom Steg Mühle bis zur Rechtskurve auf der Höhe des Hetex-Areals muss die Strasse auf dieser Strecke vom 17. März bis Ende Jahr – also während gut acht Monaten – auf eine Fahrspur verengt werden.

Die Verantwortlichen haben jedoch die Lehren aus den Erfahrungen der ersten Sanierungsetappe gezogen und für die noch anstehenden Bauarbeiten einen neuen Ablaufplan erstellt:

In dem man die zweite Etappe der Dorfplatzsanierung um drei Monate vorzieht und parallel zur Dorfrain-Brücke fertigstellt, müssen nur zwei mobile Lichtsignale installiert werden: eines bei der Einmündung vom Saxerweg und ein zweites bei der Einfahrt Rössligasse. Der Regionalbus bedient die Haltestelle Dorfplatz während dieser Zeit weiterhin an der Hauptstrasse.

Spar: Die einheimischen Käufer bleiben aus

Seit November 2013 ist die Mühlestrasse wieder geöffnet. «Kundenfrequenz und Umsatz der Spar-Filiale steigen wieder», sagt Inhaber André Hauri. «Wir sind jedoch noch nicht da, wo wir sein sollten.» Zwar bringe der zurückgekehrte Durchgangsverkehr auch Spontankäufer. Es fehlten jedoch die Grosseinkäufer und die Einheimischen, klagt er.
Vor Jahresfrist war Hauri an die Öffentlichkeit getreten und hatte wegen der Baustelle hohe Gewinneinbussen beklagt. Um den Laden vor der Schliessung zu bewahren, haben ihm daraufhin der Franchisegeber Spar und die Vermieterin, die Ortsbürgergemeinde Niederlenz, Zahlungsaufschub gewährt. Nun steht er bei den beiden mit einem hohen fünfstelligen Betrag in der Kreide und muss diesen abstottern. Seit Oktober ist der Laden auch sonntags geöffnet. «Wir machen an diesem Tag gegen 4000 Franken Umsatz, Tendenz steigend.» Dies sei für ihn eine überlebenswichtige Massnahme gewesen, hält Hauri fest. (str)

Probleme wegen vielen Rotlichtern

Im Zuviel an Ampeln und der Bevorzugung des regionalen Busbetriebes ortet der ressortverantwortliche Gemeinderat Thomas Hofstetter die gelegentlichen Zeitverzögerungen in der Vergangenheit, als der Verkehr ebenfalls einspurig geführt wurde. «Wir hatten drei mobile Rotlichter installiert, bei den Einmündungen von der Schürz, vom Dorfrain und direkt auf der Hauptstrasse», erklärt Hofstetter.

Er erinnert sich: «Wer die Baustelle zeitgleich mit dem fahrplanmässig verkehrenden Regionalbus passierte, hatte unter Umständen das Pech, dass er dem öffentlichen Verkehrsmittel gleich zweimal den Vortritt lassen musste.»

In diesen Momenten warteten die Autofahrer bis zu zehn Minuten, bis die Ampel endlich auf Grün schaltete. Aus dieser Optik kann Hofstetter den Unmut der Automobilisten teilweise nachvollziehen.

Der Vorsteher des Ressorts Bau weist jedoch auf die hohe Anzahl von Autos hin, welche die Hauptstrasse frequentieren und zeitweiligen Rückstau wohl auch in Zukunft nicht ganz vermeiden lassen.

«Täglich rollen rund 10 000 Fahrzeuge durch die Niederlenzer Baustelle», weiss er. Man hoffe, mit dem nun festgelegten neuen Bauprogramm dieses Ärgernis mindern zu können und erwartet durch die Massnahme weniger Rückstau und normale Stehzeiten vor den Ampeln. Zudem nimmt Hofstetter an, dass auch jetzt einige Verkehrsteilnehmer wieder Möglichkeiten suchen, die Baustelle grossräumig zu umfahren.

Linde gesund aber vernachlässigt

Bei der nun vorgezogenen 2. Etappe des Dorfplatzes wird noch der südliche Teil erneuert. Eine Rampe, direkt an die Aabach-Stützmauer angeschlossen, macht das Gemeindehaus und das Restaurant Müli nun auch für Rollstuhlgänger zugänglich.

Der gesamte Dorfplatz wird asphaltiert und mit zwölf Kurzzeitparkplätzen für Autos bestückt. In die angelegten Bauminseln werden Zierkirsch-Hochstammbäume eingepflanzt. Sie sollen als gestalterisches Element den Standort verschönern.

Die Linde, die seit bald 80 Jahren den Dorfplatz ziert, bleibt an ihrem Platz stehen. Man habe sie von einem Fachmann untersuchen lassen.

Dieser habe den Baum als «gesund aber etwas vernachlässigt» diagnostiziert. «Er wird nun sachgemäss zurückgeschnitten und gepflegt», erklärt Hofstetter. Gleichzeitig wird auch das kurze Stück des Dorfrains bis hin zur Brücke erneuert.

Einher mit der Strassensanierung werden beim Restaurant Sonne neue Werkleitungen für die Hochwasserentlastung gelegt. Diese Arbeiten werden nächste Woche in Angriff genommen. Zudem wird in den kommenden Monaten das nächste Teilstück der Aabach-Stützmauer ab Höhe Rössligasse ebenfalls bis zum Hetex-Gebäude gebaut.

Wer in Richtung Dorfrain fahren will, tut dies weiterhin über die neu erstellte Mühlebrücke und durch die bereits sanierte Mühlestrasse.

Verläuft die auch als Jahrhundert-Projekt betitelte Niederlenzer Hauptstrassensanierung weiterhin nach Plan, so sollten die Bauarbeiten bis Anfang 2015 abgeschlossen sein. An die Gesamtkosten von 12 Millionen Franken hat die Gemeinde einen Beitrag von 7 Millionen zu leisten.

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