Lenzburg

Die Sanierung der Ringstrasse lastet schwer auf der Stadtkasse

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Die Ringstrasse ist alt und laut und muss für mehr als zwei Millionen Franken saniert werden. Der Einwohnerrat entscheidet über die erste Tranche: Sie kostet 572'000 Franken und reicht von der General-Herzog- bis zur Zeughausstrasse.

Die Ringstrasse West hat eine besondere Bekanntheit. Das Zeughaus mit dem Riesenrad der aktuellen Stapferhaus-Ausstellung «Heimat» ist da. Mit seiner Grösse ragt es weit über die Hausdächer im Westquartier hinaus. Weniger erfreulich: Dem Quartier macht der seit Jahren sukzessiv zunehmende Individual- und Schwerverkehr Richtung Industrie zu schaffen.

Der Belag der Ringstrasse West ist in einem schlechten Zustand. Dessen Erneuerung und auch die Sanierung/Verlängerung der Ringstrasse Nord im Westen der Stadt Lenzburg sind schon seit Jahren ein Thema auf der Agenda der Stadt. Beides sind Projekte in Millionenhöhe und eine entsprechende Belastung für den Finanzhaushalt. Mit der Erneuerung der Ringstrasse West soll nun das erste der zwei Grossprojekte in Angriff genommen werden.

Vier Etappen bis 2021

2,5 Millionen Franken kostet die Sanierung der rund 600 Meter langen Ringstrasse West. Mit Rücksicht auf die knappen Finanzen wurde deshalb schon früher beschlossen, die Sanierung zu etappieren.

Im Finanzplan sind dafür vier Tranchen vorgesehen: 2018: 572 000 Franken für den Abschnitt von der General Herzog-Strasse bis zur Zeughausstrasse; 2019: 690 000 Franken für den Abschnitt von Zeughausstrasse bis zum Kreisel Industrie; 2020: 420 000 Franken für den Abschnitt von der General Herzog-Strasse bis zur Aarauerstrasse; 2021 wartet der grösste Brocken mit 825 000 Franken für den Streckenabschnitt vom Kreisel Industrie bis zur SBB-Unterführung.

Die Teilstücke können laut Bauamt voneinander unabhängig saniert werden und – je nach finanzieller Situation der Stadt – im Finanzplan allenfalls auch weiter hinausgeschoben werden.

Erste Etappe ist 210 Meter lang

Mit dem Ausbau der Heitersberglinie der SBB und des Bahnhofs Lenzburg hatte die Einwohnergemeindeversammlung 1968 einer Unterführung der Ringstrasse zugestimmt. Die Ringstrasse wurde erst sechs Jahre später erstellt.

Über vierzig Jahre lang wurde die Strasse von Personenautos und Lastwagen befahren. In dieser Zeit hat insbesondere der Schwerverkehr stark zugenommen, was den Deckenbelag zusätzlich belastet. Zudem erschweren Spurrinnen den Ablauf des Meteorwassers. Und die gesamte Strasse weist Risse und Flicken auf.

Doch nicht nur der Belag hat seine Lebensdauer erreicht. «Gemäss dem Lärmsanierungsprojekt vom 10. Dezember 2014 sind wir verpflichtet, auf der Ringstrasse lärmarmen Belag einzubauen. Dies sollte zu einer Lärmreduktion von bis zu fünf Dezibel führen, ohne dass deswegen der Stadt wesentliche Mehrkosten erwachsen», erklärt Christian Brenner, Leiter des Lenzburger Tiefbauamts.

Rollstuhltaugliche Bushaltestelle

Der Einwohnerrat hat in seiner letzten Sitzung der Legislaturperiode am Freitag über die erste Sanierungstranche zu befinden. Die Strecke von der General Herzog-Strasse bis zur Zeughausstrasse ist 210 Meter lang und 7,5 Meter breit und kostet 572 000 Franken.

Nebst einer kompletten Erneuerung des Strassenbelags wird die Bushaltestelle beim Zeughaus behindertengerecht ausgebaut. Dazu wird die Einstiegkante auf 16 Zentimeter erhöht. Diese Massnahme könnte die Velofahrer tangieren. Damit sie mit der Pedale beim Vorbeiradeln an der höheren Kante beim Busstopp nicht hängenbleiben, wird die Einstiegfläche verbreitert. Deshalb wird der Zaun bei der Zeughaus-Ausfahrt abgebrochen und um etwa 25 Zentimeter zurückversetzt. Diese Umgestaltung hat einen weiteren Vorteil: Die Ausfahrt aus dem Zeughaus-Areal wird für die Autofahrer übersichtlicher.

Gleichzeitig mit der Belagserneuerung saniert die SWL Energie AG die Gas-, Wasser- und Elektroleitungen. «Verläuft alles nach Plan, wollen wir mit der Sanierung im März 2018 beginnen», erklärt Christian Brenner. Man rechnet mit einer Bauzeit von rund fünf Monaten.

Motion zum Finanzhaushalt

Auf der Traktandenliste des Einwohnerrats steht zudem die Überweisung einer Motion der Freisinnigen zur Gesundung des Finanzhaushalts der Stadt Lenzburg. Die FDP verlangt ein ausgeglichenes Betriebsergebnis sowie eine Eigenfinanzierung von mindestens 100 Prozent. Mit einem Massnahmenpaket soll der Stadtrat an der ersten Sitzung im neuen Jahr aufzeigen, wie das strukturelle Defizit behoben werden kann und das «Unternehmen Lenzburg» seine Produktivität steigern könnte.

Und es liegen fünf Einbürgerungsgesuche von Personen aus Angola, Deutschland und dem Kosovo vor.

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