Vieles schwebt noch im Dunkeln, doch eines scheint klar zu sein im Fall Rupperswil: Die Ermittler haben keine Merkmale zur Täterschaft eingrenzen können.

Das wäre zumindest die Voraussetzung dafür, dass das Zwangsmassnahmen-
gericht einen Massen-DNA-Test anordnen könnte – die letzte Waffe, die die Ermittler noch zücken können.

Vierfachmord Rupperswil: DNA-Spuren gefunden – Kripo-Chef Markus Gisin erklärt die Ermittlungsstrategie

Vierfachmord Rupperswil: DNA-Spuren gefunden – Kripo-Chef Markus Gisin erklärt die Ermittlungsstrategie

(Kurzfassung von der Medienkonferenz am 18. Februar 2016)

Die Schweizerische Strafprozessordnung formuliert es so: Wer zu einem Massen-DNA-Test aufgefordert werden soll, müsse «bestimmte, in Bezug auf die Tatbegehung festgestellte Merkmale aufweisen». In Rupperswil hat man zwar Täter-DNA gefunden, doch es fehlen Merkmale zum Täter oder zu den Tätern.

Gestern wollten sich die Ermittler noch nicht dazu äussern, ob die im Haus der Familie Schauer gefundene DNA zu einer oder zu mehreren Personen gehört. In Rupperswil wurde bisher nur die DNA von sogenannt tatortberechtigten Personen erfasst, zum Beispiel aus dem Umfeld der Familie. Das ist ein Standardprozedere.

Vierfachmord Rupperswil: Interview mit dem Chef der Kriminalpolizei Aargau Markus Gisin

Vierfachmord Rupperswil: Interview mit dem Chef der Kriminalpolizei Aargau Markus Gisin

(Nach der Medienkonferenz am 18. Februar 2016)

Massen-DNA-Tests sind in der Schweiz selten. Zuletzt wendete im Herbst die Luzerner Polizei dieses Mittel an. Rund 400 Männer mussten nach dem Vergewaltigungsfall in Emmen zum Test antraben.

Weil das Opfer aussagte, dass ihr Peiniger schwarz-braun gekraustes Haar hatte, wurden Männer mit entsprechendem Aussehen zum Test aufgeboten.

Doch die Ermittlungen zu der Vergewaltigung in Emmen stocken weiter. Dort ist eine Belohnung von 10000 Franken ausgesetzt.

Realisation: Elia Diehl

Cards: Vierfachmord Rupperswil – Fakten und Thesen