Seengen

Die Reise geht weiter: Findling findet einfach keine Ruhe

Nach langer Suche hat Seengen einen neuen Standort für den Steinbrocken aus der Dorfmitte gefunden.

Seine erste Reise war die längste. Mit einem Gletscher stiess der Findling aus dem Alpenraum ins Mittelland vor und wurde beim Seenger Brestenberg liegengelassen. Lange nachdem die Eiszeit vorbei war, gruben ihn die Seenger aus und platzierten den Brocken zwischen Burgturm und Schulhaus. Neben dem Titistein, einem riesigen Kieselkalkfindling im Wald, hatte man nun auch mitten im Dorf einen Zeugen der Eiszeiten.

Doch auch dieser Standort ist nicht für immer; das nächste Abenteuer wartet: Auf der Bauverwaltung liegt ein Baugesuch für die Versetzung des Findlings auf.

Kein Platz für Findling in Kernzone

Grund dafür ist die Umgestaltung der Seenger Kernzone. Unter anderem wird die Schulstrasse nächstes Jahr saniert. Die Parkfelder, die heute direkt von der Strasse angefahren werden können, fallen weg. Doch sie werden ersetzt. Dort wo heute der Findling steht, entsteht ein neuer Parkplatz sowie eine Grünfläche mit Bänkli.

Dafür muss der Findling mit der Grösse eines kleinen Reisebusses weichen. Doch wohin mit einem zirka 120 Tonnen schweren Ungetüm? «Die Suche nach einem Standort war nicht einfach», sagt Gemeindeammann Jörg Bruder. Repräsentativ sollte der Standort sein. «Wir sind sehr stolz auf diesen schönen Stein.» In Absprache mit dem Kanton hat sich nun eine Lösung ergeben. Der Findling soll beim Dorfeingang platziert werden, auf einem Rasenstück neben der Bushaltestelle Schloss Hallwyl.

«Wir sind extrem glücklich über diese Lösung», sagt Jörg Bruder. Mit der Nähe zum Schloss sei der Findling auch im historischen Kontext gut platziert. Und für einfahrende oder an der Bushaltestelle wartende Auswärtige gut sichtbar.

Der Findling – bis jetzt noch ohne eigenen Namen – wurde bei den Arbeiten zum Strassenausbau gefunden und schmückte rund 40 Jahre lang die Dorfmitte. «Dort sah es damals noch ganz anders aus», sagt Bruder. Der Stein war ein Mittelpunkt, von Rasen umgeben. Heute wirkt er ein bisschen eingeklemmt.

Die Distanz zu seinem neuen Standort beträgt zirka 800 Meter, die Transportkosten werden vom Ingenieurbüro auf ungefähr 10'000 Franken geschätzt. Das Baugesuch liegt noch bis zum 30. Januar auf. Geplant ist, dass der Findling noch vor dem Jugendfest und vor der grossen Strassensanierung seine nächste Reise antritt.

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