Bei Familie Päper aus Dürrenäsch dreht sich alles um das Kartfahren. Vater Thomas fährt seit über 20 Jahren Kart und lernte auf der Bahn auch seine Frau Sandra kennen. Gemeinsam zog das Paar 2005 in die Schweiz, wo ihre Söhne Leon (14) und Lewis (10) geboren wurden.

Thomas Päpers Begeisterung für die schnellen Wagen färbte auf die beiden Söhne ab. Schon als Kleinkinder liefen sie mit Helmen auf den Köpfen durch die Gegend. «Die beiden hatten schon einen Helm auf dem Kopf, bevor sie überhaupt fahren konnten, wir haben sie teilweise kaum von den Helmen trennen können», so Thomas Päper. In einem Kart sassen Leon und Lewis schon früh: Leon mit vier Jahren, Lewis war dreieinhalb Jahre alt.

Dass seine Söhne professionell Rennen fahren, war nie geplant, so Thomas Päper: «Wir waren mit den Jungs auf einer Hobbybahn in Tenningen. Jo Zeller, ein ehemaliger Rennfahrer der Formel 3, war auch da. Als er Leon fahren sah, sagte er mir, dass ich schon mal anfangen soll zu sparen.»

Mit 80 bis 100 km pro Stunde über die Kartbahn

Bestärkt durch die Meinung des Profis, fuhren Leon und Lewis schon bald ihre ersten Rennen. Mittlerweile haben die beiden Buben etliche Pokale abgeräumt. So gewann Leon 2016 den Meistertitel Easykart Schweiz. Lewis fuhr als jüngster Fahrer auf den dritten Platz. Die Rennen absolvieren Leon und Lewis inzwischen nur noch in Italien, dem Mutterland der Easykarts, die sie fahren. Fahrer aus aller Welt messen ihre Kräfte in den Rennen. Leon gefällt die Konkurrenz: «Wenn ich fahre, dann will ich auch mitkämpfen und konkurrieren können.»

Zwischen 80 bis 100 Kilometer pro Stunde fahren die Karts der Buben, wenn sie ihre Runden drehen. Im Schnitt dauert ein Rennen 12 bis 15 Minuten. In den Sport investiert die Familie viel Zeit. Sieben Wochenenden pro Jahr gehen für die Rennen weg, eines für das Weltfinale. Nicht zu vergessen: das Training. «Während unseres Urlaubes sind wir eigentlich immer in Italien», so Thomas Päper. Die Familie verbringt die Zeit jedoch nicht am Strand, sondern auf der Kartbahn.

Die Familie Päper in ihrer Werkstatt: Nesthäkchen Lewis, Thomas und Sandra und Leon vor zwei Jahren.

Die Familie Päper in ihrer Werkstatt: Nesthäkchen Lewis, Thomas und Sandra und Leon vor zwei Jahren.

Der Sport der Söhne ist alles andere als billig: 45 000 Franken im Jahr würde es Familie Päper kosten, wenn sie nicht diverse Einsparungen vornehmen würde. «Diesen Betrag haben wir noch nie ausgegeben. Wir sparen Geld, indem wir die Ausrüstung nur gebraucht kaufen und auch öfter auf ein Rennen oder Training verzichten.»

Einen Sponsor haben Leon und Lewis: die Firma Norline aus Zürich. Familie Päper ist weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, die helfen können, den Traum ihrer Söhne zu unterstützen.

Das Kartfahren ist für viele Fahrer ein Sprungbrett für den Formelsport. Auch Vater Michael und Sohn Mick Schuhmacher fuhren ihre Runden früher in einem Kart. Leon Päper will nicht um jeden Preis in den Formelsport: «Ich bin überzeugt von der Formel 1, aber ich würde auch in anderen Klassen fahren. Genau darum geht es mir: der Spass am Fahren und an den Rennen.» Auch für Bruder Lewis steht das Fahren im Vordergrund: «Es geht um den Spass und dass ich gerne Kart fahre. In die Formel 1 würde ich aber schon sehr gerne.» Sollte es mit der Karriere im Motorsport nicht klappen, haben die Brüder einen Plan B. Leon will etwas Handwerkliches lernen: «Automechaniker oder Zimmermann, Hauptsache nichts im Büro.» Lewis könnte sich eine Karriere als Ingenieur vorstellen.

Auch Vater Thomas Päper steigt heute ab und an noch zum Spass in einen Kart. Seinen letzten Pokal gewann er 2013. «Ich wurde in diesem Jahr eingebürgert und war mit all den jungen Leuten bei der Bürgerfeier auf der Kartbahn. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich mitfahren soll, am Ende habe ich gewonnen.»

Anja Suter