Lenzburg

Die optimalen und sicheren Schulwege werden ins Internet gestellt

Die Schulanlage Angelrain, das künftige Kompetenzzentrum für die Primarstufe, ist zentral gelegen.zVg

Die Schulanlage Angelrain, das künftige Kompetenzzentrum für die Primarstufe, ist zentral gelegen.zVg

Informationsabend über den Urnengang zum Rekordkredit von 25,5 Mio. für Schulbauten: Weniger das Bauvorhaben, denn die Konzentration der Primarstufe auf das Schulareal Angelrain gibt zu reden. Eltern fürchten um die Schulwegsicherheit ihrer Kinder.

«Das Projekt scheint gut durchdacht zu sein.» Zudem sei man zum ersten Mal so detailliert informiert worden. Dies räumten die Petitionäre zur Schulwegsicherheit aus dem Westquartier an der Informationsveranstaltung ein. An dieser orientierte der Stadtrat über die geplanten Investitionen in die Schulanlagen Lenzhard und Angelrain (az vom 30. November und 2. Dezember).

Nichtsdestotrotz, diese Schulstandortreform bedeute eine klare Abwertung des Westquartiers. Die Zentralisierung der Primarstufen erachten die Petitionsvertreter als unnötig und nachteilig für das Westquartier. Und sie bemängelten, dass der Schulwegsicherheit nicht früher mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. Erst die Petition habe das Gespräch gebracht. Lenzburg, so wurde moniert, sei in dieser Beziehung rückständig.

Stadtammann Daniel Mosimann wies die Reklamationen zurück, man sei sich der Wichtigkeit eines sicheren Schulwegs jederzeit bewusst gewesen. Es gelte jedoch, die Gefahren und Schwachstellen auf dem Schulweg für das ganze Stadtgebiet zu erfassen.

«Die Firma Metron AG in Zusammenarbeit mit der Verkehrskommission ist daran, die bestmöglichen Schulwegvarianten herauszufiltern. Die empfohlenen Strecken werden ins Internet gestellt. Dort können sie die Eltern mit ihren Kindern genau anschauen», versprach er.

Enttäuschung über Aufmarsch

Lenzburg steht vor tiefgreifenden Änderungen im Bildungswesen. «Diese Lösung ist ein grosser Eingriff in die bisherige gewachsene Schulstruktur», strich Mosimann die historische Bedeutung des Vorhabens heraus. Mit Blick auf die spärlich besetzten Stuhlreihen gab er seiner Enttäuschung über das mangelnde Interesse am Anlass Ausdruck: «Doch muss man dies nicht bei den Anwesenden platzieren.»

Mit der Schulstandortreform werden je ein Kompetenzzentrum für die Primarstufe im Schulareal Angelrain und die Oberstufe im Campus Lenzhard geschaffen. Die baulichen Massnahmen auf dem Campus Lenzhard und in der Schulanlage Angelrain verursachen Kosten von 25,5 Millionen Franken. Der Einwohnerrat hat der Vorlage in der Sitzung vom 6. Dezember grünes Licht erteilt. Über einen Betrag in dieser Höhe hat jedoch der Souverän das letzte Wort. Der Urnengang ist am 9. Februar. Es ist ein Novum, dass die Stimmbürger in einer Entscheidung über eine Investition in dieser Grössenordnung zu entscheiden haben.

Vereine fürchten um Hallenverlust

Man habe mit hohem Kostenbewusstsein agiert, sich den Gegebenheiten vor Ort angepasst (Annexbau Lenzhard) und dort, wo sinnvoll der Einzigartigkeit der Baute Rechnung getragen (wertvolle Fassade des Schulhauses Bleichematt) begründeten die zuständigen Architekten Benedikt Graf und Andreas Jenni die Grundlagen zur Kostenberechnung. Investitionen in dieser Grössenordnung «benötigen eine lange Planungs- und Bauzeit und verursachen hohe Kosten», bilanzierte Jenni.

In der Diskussion wurde im weiteren bedauert, dass, bedingt durch den Wegfall einer Turnhalle, die Vereine künftig den Kürzeren ziehen müssten. Dem Vorwurf hielt Stadtrat Martin Steinmann entgegen, dass man eine genaue Bestandesaufnahme der Hallen und deren Kapazitäten gemacht habe und dies mit den betreffenden Vereinen besprochen worden sei. So habe man herausgefunden, dass gar nicht alle für ihre Aktivitäten unbedingt eine Turnhalle benötigten, sondern «ihre Übungen auch in der künftigen Mehrzweckhalle» im Lenzhard machen können. Wenn von jemandem etwas anderes kolportiert würde, solle man diese Personen an ihn verweisen, sagte Steinmann.

Am Schluss stand die Frage im Raum, ob mit den Bauvorhaben genügend Schulraum geschaffen werde für die Zukunft. Man sei bei der Schulraumplanung von etwa 11 000 Einwohnern ausgegangen, hiess es. Mit den vorhandenen Richtwerten würden die Raumkapazitäten für 10 bis 20 Jahre reichen. Andernfalls, so liessen sich die Verantwortlichen verlauten, liesse sich mit der Realisierung der zweiten «Mühlematt»-Etappe zusätzlicher Schulraum schaffen.

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