Möriken-Wildegg
Die Operette vom Banditen mit dem weichen Herz

Solisten, Chor, Orchester und Tanzgruppe stecken unter der musikalischen Leitung von Bruno Leuschner und der Regie von Thomas Dietrich mitten in den Proben. In zehn Tage findet die Premiere der Operette «Banditenstreiche» von Franz von Suppé statt.

Hanny Dorer
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Probe einer Tanzszene mit Dirigent Bruno Leuschner, am Flügel begleitet von Korrepetitorin Beata Wetli.

Probe einer Tanzszene mit Dirigent Bruno Leuschner, am Flügel begleitet von Korrepetitorin Beata Wetli.

Hanny Dorer

Lidia will endlich ihren Liebsten Gaetano heiraten – wäre da nicht ihr habgieriger Vater Babbeo, seines Zeichens Bürgermeister einer kleinen Hafenstadt im Golf von Neapel. Ihm wäre nämlich ein reicher Schwiegersohn viel lieber als der Habenichts Gaetano. Und in der Person des begüterten Lelio aus Aversa, der brieflich um Lidias Hand anhält, scheint tatsächlich ein solcher in Sicht zu sein. Lidia ist verzweifelt, ihre Zukunft mit Gaetano ist in Gefahr.

Eine vielversprechende Ausgangslage für die Operette «Banditenstreiche» von Franz von Suppé, die am 3. Oktober im Gemeindesaal Möriken ihre Premiere erleben wird. Unter der musikalischen Leitung von Bruno Leuschner und der Regie von Thomas Dietrich stecken Solisten, Chor, Orchester und Tanzgruppe mitten in den Proben. Die Texte sitzen, das Zusammenspiel mit dem Orchester ist schon fast perfekt, die Stimmung unter den Mitwirkenden trotz leichter Nervosität ausgezeichnet.

Operette Banditenstreiche

«Banditenstreiche», Operette in zwei Akten von Franz von Suppé. 25 Aufführungen vom 3. Oktober (Premiere) bis 21. November (Derniere).

Vorverkauf: Unter www.operette.ch können Karten platzgenau reserviert werden. Telefonische (062 893 27 38) oder persönliche Bestellungen im Gemeindehaus Möriken: Mo/Do 15–16 Uhr und Di/Fr/Sa 9.30–10.30 Uhr.

Operetten-Restaurant: Geöffnet zwei Stunden vor Spielbeginn (Reservierung notwendig).

Nun geht es noch darum, den ganzen Ablauf zu festigen. Dirigent Leuschner ist zufrieden: «Bei den ersten Bühnenproben leidet das Musikalische zwar ein wenig, weil die Bewegungen dazu kommen. Das legt sich aber rasch wieder.»

Räuberhauptmann als Retter

Doch zurück zur unglücklichen Lidia. Ihre Freundin Stella rät dem ebenso unglücklichen Gaetano, sich an den Räuberhauptmann Malandrino zu wenden. Dieser habe schon öfters Liebenden aus der Patsche geholfen. Für Malandrino ist diese Geschichte eine willkommene Gelegenheit, der gehobenen Gesellschaft wieder einmal eins auszuwischen.

Der Räuberhauptmann tut dies auf seine Weise: Er überfällt mit seinen Banditen den ankommenden Lelio und tauscht mit ihm die Kleider. Babbeo gegenüber gibt er sich als Lelio aus und erzählt ihm, er sei beinahe überfallen worden, habe aber den Räuber festnehmen können. Babbeo platzt fast vor Stolz über seinen heldenhaften zukünftigen Schwiegersohn. Der richtige Lelio schmort derweilen im Gefängnis.

Lidia wird über das Intrigenspiel informiert und spielt vergnügt mit dem falschen Lelio das verliebte Paar. Nach weiteren Verwechslungen und Verwicklungen lüftet Malandrino schliesslich das Geheimnis, schenkt Gaetano das zuvor Lelio abgenommene Geld und zwingt den Bürgermeister mit vorgehaltener Pistole, den Ehevertrag zwischen Lidia und Gaetano zu unterzeichnen. Als zweites glückliches Paar finden Stella und Lelio zusammen. Und sogar die Banditen kommen auf ihre Rechnung: Sie nehmen kurzerhand den Hochzeitgästen Schmuck und Geld ab , bevor sie verschwinden.

Bekannte Solisten

Offensichtlich kommen die Solisten stets gerne wieder nach Möriken; jedenfalls waren die meisten von ihnen schon mehrmals hier zu sehen und zu hören. So zum Beispiel Niklaus Rüegg, der den kauzigen Bürgermeister Babbeo gibt. Andrea Hofstetter spielt seine Tochter Lidia, Anna Gössi ihre Freundin Stella. Lidias Bräutigam Gaetano wird von Wolf H. Latzel gespielt, der Schulmeister Doktor Tondolo von Erwin Heusser und der reiche Freier Lelio von Thomas Leu. Raimund Wiederkehr gibt einen prächtigen Banditenhauptmann Malandrino.

Als weitere Banditen treten Benjamin Widmer und Thomas Dietrich auf, begleitet von Monica Angelini und Larissa Angelini als Räuberbräute. Doppelbesetzungen gibt es keine; die Solisten bestreiten alle Aufführungen. Die 34 Chormitglieder schlüpfen nacheinander in die Rollen von Gesinde, Hochzeitgästen, Nachbarn, Banditen und deren Bräute. Kinder und eine Tanzgruppe in der Choreografie von Gizella Erdös runden das Geschehen ab.

Musikalisch besticht die Operette durch ihre beschwingten Melodien, in denen sich italienische und wienerische Elemente begegnen. Echt Suppé halt.