Vor zwei Jahren schmetterten die Stimmberechtigten beide Vorlagen ab. Stattdessen verlangten sie vom Gemeinderat, dass er ein Raumkonzept über Gemeindeimmobilien und dessen Folgekosten erstellt. Die Immobilienstrategie, die durch eine Kommission in Zusammenarbeit mit der Metron erarbeitet worden ist, liegt zwischenzeitlich vor. (az 21. März)

Nur Landkauf, keine Planung

Die Kommission erachtet es als sinnvoll, Gemeindewerk und Feuerwehrgebäude im Industriegebiet Widenmatt zu bauen. Der Gemeinderat folgt diesem Ansinnen und beantragt der Gmeind nun einen Kredit von 640000 Franken für den Erwerb von mehreren Parzellen.

Auf einen Planungskredit für einen Neubau verzichte man dieses Mal bewusst, betonte Gemeindeammann Johannes Eichenberger an der Präsentation der Gmeindstraktanden für die Parteien am Mittwochabend. «Doch wollen wir uns das Land sichern. Die Besitzerin, die Firma Smedegaard, will verkaufen. Wir haben den letzten Zwick an der Geisel.» Für die Planung des Bauamts nimmt sich die Behörde allerdings Zeit. Ein Neubau sei nötig, allein deshalb, weil das Gemeindewerk derzeit an zehn Standorten verteilt ist.

Der Landkauf ohne jegliche Planung sei ein hohes Risiko, befürchtete Kurt Urfer, Vertreter der Partei Fortschrittliche Bürger. Was, wenn die Stimmbürger später den Neubau ablehnen? «Und lohnen sich die Investitionen überhaupt? Plötzlich muss das Bauamt mit einer anderen Gemeinde zusammenarbeiten.»

Laut Gemeindeammann bleibt das Werk aber im Dorf: «Wir haben Zusammenarbeiten mit Reinach und Birrwil geprüft. Reinach hat zu wenig Kapazitäten, Birrwil will selbstständig bleiben.»

Planungskredit über 650'000 Franken

Die Raumplanungskommission schlägt auch vor, den «Löwen» in eine Gemeindeverwaltung umzunutzen. Der Planungskredit dafür beläuft sich auf 650000 Franken. Die Umnutzung schlägt hohe Wellen in der Gemeinde. Die Parteivertreter äusserten sich kritisch:. Für die Standortbestimmung der Verwaltung hätte man die Bevölkerung vermehrt mit einbeziehen müssen. «Wir haben alle Standorte geprüft.

Aber wir können den Leuten kein Wunschkonzert präsentieren», konterte der Ammann. Ein Neubau wäre kostengünstiger, fanden andere. Eichenberger: «Das kommt nicht günstiger, zudem müssen wir noch Land kaufen.» Den «Löwen» als Beiz zu betreiben, mache keinen Sinn: «Wir sind nicht bereit, Geld in das Gebäude zu pumpen, einen Wirt zu subventionieren und erst noch rote Zahlen zu schreiben.» Seine Ratskollegin Jacqueline Widmer beruhigte: Der «Löwen» funktioniere weiterhin als Kulturmagnet, auch wenn eine Gemeindeverwaltung darin sei. Trotz kritischer Voten der Parteivertreter werden die meisten ihren Parteikollegen die Vorlage zur Annahme empfehlen.

Weitere Geschäfte an der Gmeind: 1,180 Millionen für mittelfristige Massnahmen zur Werterhaltung der ARA Region Hallwilersee, Rechnung 2011, Kreditabrechnungen.