Sie steht nicht selber auf der Bühne, aber macht anderen die Bühne bereit: Die 45-jährige Marianne Horner aus Ammerswil leitet seit diesem Jahr die Geschäftsstelle der Musikalischen Begegnungen Lenzburg. Sie findet, der Anlass habe noch viel Potenzial. Vor allem will sie seine Präsenz in Lenzburg stärken: «Vielleicht mit einem Banner in der Altstadt, während der Veranstaltungen», sagt sie.

Der Vorverkauf für die Konzerte ist in diesem Monat angelaufen, die Vorbereitungen sind im Gang: Momentan stellt Marianne Horner das Programmheft zusammen. Zuvor verhandelte sie mit Sponsoren, schrieb Gesuche an Stiftungen, schloss Verträge ab mit den Künstlern. Daneben noch Medienarbeit und Werbung. Alles Tätigkeiten, die der Ammerswilerin besonders gefallen. Ihr liege die Verbindung zwischen Organisation und Kommunikation.

Viele Kompetenzen

Horner ist die einzige angestellte Person des Vereins. Die Anfrage habe sie aufgrund ihrer guten Vernetzung erhalten. Und wohl auch wegen ihres breiten Engagement: Seit neun Jahren betreut sie im Ammerswiler Gemeinderat die Dossiers Bildung, Kultur, Sozial- und Gesundheitswesen; seit diesem Jahr sogar als Vizeammann.

Daneben arbeitet sie für die Lenzburger Schulzeitung und die Zeitung der Musikschule. Für beide leitet sie die Redaktion und gestaltet das Layout. Zudem führt die dreifache Mutter die administrative Leitung des Regionalen Jugendorchesters Lenzburg und wirkt in zwei Vorständen: beim Freilichttheater Staufberg und beim Verein Ammerswil Kultur. In ihrer Freizeit spielt sie Geige im Orchesterverein Dottikon.

Musikalisch zu und her geht es auch im eigenen Haus: Ihre drei Söhne, allesamt Teenager, spielen Cello und Geige. Bei Familienfesten machen sie gemeinsam Hausmusik.

Zu viele verschiedene Aufgaben?

Marianne Horner lebt für Kultur. Sie sagt: «Kultur bringt Farbe in den Alltag, verbindet Menschen und gibt Identität.» Deshalb sei sie ihr so wichtig. Doch kann Horner all die Aufgaben überhaupt unter einen Hut bringen? Ja, sagt sie im Gegenteil gäbe es noch Raum für mehr.

Gerne würde sie eine weitere Anstellung annehmen. Das gehe vor allem aus zwei Gründen: Erstens arbeite sie Zuhause in ihrem Büro, zweitens könne sie die verschiedenen Tätigkeiten frei einteilen. Vor allem möchte sie ihr erarbeitetes Wissen noch stärker einsetzen, sich im Kulturmanagement etablieren. Dazu besitzt die gelernte Pflegefachfrau auch die theoretische Grundlage: Denn nachdem sie sich kulturell immer stärker engagiert hatte, nahm sie 2009 an der Universität Basel einen Master in Kulturmanagement in Angriff – aufgenommen wurde sie sur Dossier.

Zwei Jahre später konnte sie ihr Studium abschliessen. Vom Lernen aber hatte sie nicht genug. Horner kaufte sich ein Grafikprogramm und die Bücher dazu. Diese habe sie verschlungen wie Romane. Seither gestaltet sie Flyer, Broschüren und Werbematerial für ihre Vereine gleich selbst. Ihre Kreationen füllen bereits einen ganzen Ordner. Horner gefalle es, sich kreativ auszudrücken, und so kulturellen Anlässe ein eigenes Gesicht zu geben.