«Wir müssen zünftig Gas geben, das Zeitfenster ist jeweils sehr knapp», erklärt Polier Kurt Süess in der klirrenden Kälte unter der etwa zur Hälfte fertiggestellten neuen Schachen-Brücke in Holderbank. Nach der letzten Zugsdurchfahrt kann er mit seiner Mannschaft kurz nach 1 Uhr loslegen, spätestens um 4.45 Uhr muss die Bahnstrecke zwischen Brugg und Wildegg wieder frei sein.

Zurzeit montieren die Implenia-Brückenbauer das Lehrgerüst für den Mittelteil des Übergangs. Es kommt wenige Zentimeter über der Fahrleitung zu liegen. «Wir haben vorerst einen sogenannten Fachwerk-Binder auf die beiden fertig betonierten Brückenteile gestellt und hängen das Lehrgerüst jetzt daran auf», erläutert Implenia-Projektleiter Juan Olavarria.

Für das Gerüst, auf dem Schalung und Armierung für die Brückenplatte zu liegen kommen, werden 54 Stahlträger an langen Eisenstangen aufgehängt. Die ganze Konstruktion wiegt laut Olavarria rund 300 Tonnen.

Teil der Verspätung aufgeholt

Holcim-Projektleiter Markus Denk ist mit dem Baufortschritt zufrieden: «Wir haben anfänglich ein paar Wochen Verspätung eingefangen, weil sich die Vorarbeiten aus verschiedenen Gründen verzögert haben. Unter anderem mussten wir den dorfseitigen Hang aufwändiger sichern als ursprünglich geplant.»

Arbeiten an der neuen Holcim-Brücke in Holderbank

Arbeiten an der neuen Holcim-Brücke in Holderbank

Weil einerseits das Wetter bisher gut mitgespielt hat und anderseits die Brückenbauer sehr speditiv gearbeitet haben, sieht Denk seinem grossen Ziel wieder etwas optimistischer entgegen: «Für Holcim wäre es optimal, wenn die neue Brücke an unserem 100-Jahr-Jubiläum vom 22.Juni in Betrieb wäre und der alte Übergang abgebrochen.»

Der Bahnübergang ins Holderbanker Industriegebiet Schachen muss nach einer Vereinbarung, die schon 1961 beim Bau der ersten Brücke getroffen wurde, von den dort ansässigen Industriebetrieben allein finanziert werden. An das 3,6 Mio. Franken teure Projekt zahlt Holcim rund die Hälfte. Den Rest teilen sich Schärer Holzbau und Rigips.