Dekoration und Ausstattung hatten durchaus ihre martialischen Seiten: Kuhschädel zierten die Wände, im Untergeschoss stand für Ganoven ein Gefängnis bereit und viele Besucher trugen Waffen. Doch die Gäste der 24. Country-Night kamen in friedlicher Absicht.

Viele von ihnen fanden sich am Samstagabend in der Mehrzweckhalle Birrwil ein, um die Musik zu geniessen. Die Bournout Country Band aus dem Fricktal sang mit wechselnden Leadstimmen, Andy Martin mit Band spielte traditionellen Country und die jungen B-Shakers boten Rockabilly-Sound. Bei dieser Mischung unterschiedlicher Musikstile kamen alle Besucher auf ihre Kosten. Viele tanzten dazu Linedance.

Dass Countrymusik nicht nur etwas für ältere Semester und Nostalgiker ist, beweis Graziella Marti. Die zehnjährige Oberkulmerin liebt die Instrumente und den Takt dieser Musik. «Sie ist manchmal fast rockig und dreht richtig auf.» Auch Kleider im Westernstil gefallen ihr, am liebsten mag sie ihre Boots mit «Töggeli» an den Absätzen. «Leider darf ich nicht in Country-Kleidern in die Schule «, bedauerte sie. Doch der Sieg im Bekleidungswettbewerb der Kinder tröstete sie darüber hinweg.

Auch die Erwachsenen liessen sich bei ihrem Outfit nicht lumpen. Mindestens ein Cowboyhut oder ein kariertes Hemd zu Jeans war angesagt. Damit gaben sich aber längst nicht alle zufrieden. Daniel Unternährer und Klaus Streit, beide aus dem Kanton Solothurn, trugen eine vollständige Westernausrüstung: Sheriffstern, aufwändig verzierte Gurtschnalle, Lederchaps, Stiefel und Pistolenhalfter mit Inhalt. Nicht nur Countryfestivals besuchen die beiden in dieser Aufmachung, sie tragen die Klamotten auch im Alltagsleben, beim Einkaufen zum Beispiel. Manches Kind staunte schon über den «echten Sheriff», den es in der Migros gibt. Ganz authentisch mögen es Daniela und Tom Marty aus Stans: Sie besuchten die Country-Night in stilechten Ballkleidern, wie sie im Wilden Westen des ausgehenden 19. Jahrhunderts getragen wurden, weisse Handschuhe inklusive.

Etwas schätzten alle Besucher der Country-Night ganz besonders. «Es ist immer besonders friedlich an solchen Anlässen», sagten sie. «Trotz der vielen Waffen gibt nie Schlägereien.»