An seiner jüngsten Sitzung hat der Lenzburger Stadtrat auf Antrag der Schulleitung der Musikschule die Elternbeiträge erhöht. Der Anstieg ist massiv und beträgt bei einer Lektionsart über einen Drittel.

Wer seinem Kind eine vertiefte musikalische Ausbildung angedeihen lassen will, muss in der Regel tief ins Portemonnaie greifen. Die Kosten der Musikschulen teilen sich die Einwohnergemeinden und die Eltern.

In Lenzburg erfolgte die letzte Anpassung der Elternbeiträge im Jahr 2011. Im darauffolgenden Jahr wurde durch den Einwohnerrat das Musikschulreglement angepasst. Dabei wurden die absoluten Beiträge aus dem Vorjahr bestätigt. Der Elternanteil entsprach 43 Prozent der Gesamtkosten.

In einem Passus wurde dieser Anteil fixiert: «Künftig werden sich die Elternbeiträge wiederum proportional an den Kostenentwicklungen beteiligen», steht in der entsprechenden Vorlage. Gemäss dieser Vorgabe sah die Musikschulleitung nun Handlungsbedarf und stellte einen Antrag: Um den vorgegeben Kostendeckungsgrad wieder zu erreichen, steigen die Elternbeiträge teilweise massiv an.

«Keine Bedenken»

Stadtammann und «Bildungsminister» Daniel Mosimann hat «keine Bedenken, dass die Musikschule wegen dieser Anpassung weniger Schüler haben wird». Der Spielraum sei wegen der Vorgabe des 2012 revidierten Reglements zudem sehr klein.

Lektionsart Beitrag bisher (in Franken) Beitrag neu
(in Franken)
Differenz (in Prozent)
Blockflöten Gruppenunterricht 300 350 + 16,7
Instrumental-Einzelunterricht 25 Min. 485 520 + 7,2
Instrumental-Einzelunterricht 40 Min. 955  1050 +9,9
Instrumental-Oberstufe 25 Min. 315  350 + 11,1
Instrumental-Oberstufe 40 Min. 760  780 + 2,6
Jugendliche/Lehrlinge, 25 Min. 580 780 + 34,5
Jugendliche/Lehrlinge, 40 Min. 1025  1230 + 20,0

«Ich bin überzeugt, dass wir im Vergleich mit andern Musikschulen immer noch im Mittelfeld liegen», so Mosimann. Doch die Gefahr besteht, dass Lenzburg im Gemeindevergleich an Positionen verloren hat. In der Einwohnerratsvorlage von 2012 war als Referenz die Kreismusikschule Seengen als teuerste Schule aufgeführt worden. Dort hat man im Hinblick aufs nächste Schuljahr eine Reduktion vorgenommen. Wöchentlich 40 Minuten Instrumental-Einzelunterricht kostet dort neu 768 Franken; in Lenzburg sind es 1050 Franken.

Lehrlinge triffts am meisten

Die Zusammenstellung, die der Stadtrat zusammen mit seinem Sanktionierungsentscheid publizierte, zeigt, dass die Jugendlichen, die nach der Volksschulzeit die Musikschule weiter besuchen von der Erhöhung am meisten betroffen sind: Für die 25-minütigen Lektionen beträgt der Anstieg über einen Drittel, nämlich 34,5 Prozent (vgl. Tabelle).

Zu den Beiträgen an die Musikschule summieren sich für die Eltern die Kosten für die Instrumentenmiete und Noten. Ab dem zweiten Kind gibt es bei den Beiträgen Rabatte. Und als Notlösung für finanziell nicht auf Rosen gebettete Familien steht in Paragraf 15 des Musikschulreglements: «In besonderen Fällen kann der Elternbeitrag auf schriftliches Gesuch hin reduziert, ganz erlassen oder zurückerstattet werden.»