Dintikon

Die Musikanten in Dintikon gewannen die Wette

Die Musikgesellschaft begleitet Andy Huber im Duett mit seinem Vater Beat Huber.  mru

Die Musikgesellschaft begleitet Andy Huber im Duett mit seinem Vater Beat Huber. mru

Die Musikgesellschaft Dintikon begeisterte am Jahreskonzert ein beachtlich grosses Publikum - obwohl gleichzeitig Gottschalks letztes «Wetten, dass...?» am Fernsehen zu sehen war.

Vor einer Woche flanierten die Dintiker Dorfbewohner durch den stimmungsvollen Weihnachtsmarkt, jetzt trafen sie sich in der Mehrzweckhalle zum Jahreskonzert der Musikgesellschaft. Dies bedeutete: «Gottschalk versus Musikanten»; nun, die Musikanten haben die Wette gewonnen. Mit dem beachtlichen Publikumsaufmarsch durften diese sehr zufrieden sein. Urchige Dekorationen aus Tannenzapfen und Moos, von einer Musikantin aus den Reihen des Vereins hergestellt, steigerten die Vorfreude auf das Konzert.

Wie bei «Wetten, dass» und Gottschalk gab es auch am Dintiker Konzert einen Wechsel zu verzeichnen. Dirigent Hans Ottiger, der am Samstagabend das vierte Jahreskonzert leitete, übergibt den Stab im nächsten Jahr in andere Hände. So war das letzte Jahreskonzert unter seiner Ägide denn auch deutlich spürbar ein Wechselbad der Gefühle. Seinen Dank an die Musikanten bekräftige der Dirigent am Schluss des Konzerts mit einem warmen Händedruck an jede Spielerin und jeden Spieler.

Für jede Geschmacksrichtung

Zweiter Advent vor der Türe ja, Weihnachtsmusik aber nein. Die anspruchsvollen Melodien kamen den diversen Musikrichtungen des Publikums entgegen und waren keiner Jahreszeit zuzuordnen. Ob ein beschwingter Marsch, wie das leichtfüssig offerierte Stück «Sound of Emmental» von Fritz Rickli mit dem deutlich herauszuhörenden Satz «I bi e Bueb vo Trueb» oder die bombastisch angelegte Komposition «The Olympic Theme» von Giorgio Moroder in einem sorgfältigen Arrangement von Frank Bernaerts – die gegensätzlichen Stücke, differenziert wiedergegeben, wurden gleichermassen goutiert. Mehr als einmal wurde eine Zugabe verlangt.

In einer originellen Einlage schwang Beat Merz, mit dicker Schutzbrille und Käppi versehen, den Meissel in der atmosphärisch dichten Granit-Polka. Die Alfons-Polka hingegen wurde mit einem sauberen Alphorn-Duett von Beat Huber und Sohn Andy untermalt. Vom warmen Ton der vom Vater aus Arve und Bergfichte selbst gefertigten Alphörner faszinierte. Auch dieser Auftritt, von den Musikanten subtil begleitet, rief nach einer Zugabe, die gerne gewährt wurde.

Auffallend oft wurde unter den Komponisten der Name Mario Bürki erwähnt. So in der südlich angehauchten, warmherzigen Komposition «La Rambla», dem spannend umgesetzten Mani-Matter-Song «Hemmige» oder dem modern arrangierten «Flowerfield-Rock».

«Der Stil des jungen Komponisten gefällt uns sehr», erklärte Toni Wey in seiner Moderation. Mit seinen launig dargebrachten, seriös recherchierten Erläuterungen brachte der Dintiker Musikant zusätzlichen Schwung ins zweiteilige Konzert.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1