Wenn die Trommeln am Meitlidonnerstag ertönen, dann weiss man, dass die Meitlis die Generalversammlung beendet haben und auf dem Weg zur Beizentour sind. Gehüllt in die traditionelle schwarze Kleidung mit Rüschen und Spitzen, einer schwarzen Kopfbedeckung und Schleier, betraten sie die erste Beiz - das Brüggli.


Die Meitlitage haben eine lange Tradition: Als Dank, dass die Frauen im Krieg von Villmergen ihren Männern geholfen haben, übernehmen sie einmal im Jahr das Zepter. Ohne zu zögern, forderten sie die Männer zum Tanz auf in der proppenvollen Beiz. «An der GV haben wir heute 67 Mitglieder gezählt», erzählte Andrea Sandmeier, die stolz eine Schleife mit der Aufschrift «Meitlisonntag Präsidentin 2005-2013» trug. Für sie seien die Meitlitage sowieso speziell. «Meinen Ehemann habe ich damals an einem Meitlidonnerstag kennengelernt», erzählte sie. Ihr Amt als Präsidentin von Fahrwangen hatte sie an der Generalversammlung an Jeanette Bucher weitergegeben.

Der Meitlidonnerstag in Fahrwangen und Meisterschwanden

Der Meitlidonnerstag in Fahrwangen und Meisterschwanden


Im Brüggli ging dann plötzlich alles ganz schnell. Einige Meitlis versammelten sich in einem Kreis und begannen zu tuscheln: «De Bolliger Ruedi, de Bolliger Ruedi.» Als wäre nichts gewesen, löste sich die Gruppe wieder auf und die Meitlis tanzten weiter. Was die Männer nicht bemerkten: Einige Meitlis holten draussen den Grasbogen. Der Fang des ersten Mannes stand damit unmittelbar bevor.

Und schon bald musste es sich Ruedi Bolliger im Netz gemütlich machen, während die Meitlis laut schrien: «Mer send met em Ruedi doh, mer send met em Ruedi doh», und Bolliger wurde wieder und wieder im Netz hochgeworfen.


Die heissesten Füsse Fahrwangens
Im Grasbogen gefangen, verschleppten die Meitlis Ruedi Bolliger in die nächste Beiz, den Multi Pizza Kurier. Aydin Dogan, der Chef des Pizza Kuriers, stellte sein Restaurant zum ersten Mal für den Meitlidonnerstag zur Verfügung. Er sei aber schon seit zehn Jahren mit seinem Geschäft in Fahrwangen. «Die Leute kommen, essen, trinken, tanzen und es macht einfach Freude», sagte er glücklich. Wieder aus dem Grasbogen befreit, musste Ruedi Bolliger sich auf einen Stuhl stellen.

Und die Meitlis reihten sich ein für den obligaten Kuss. Begleitet vom Trommeln der Tambourinnen stellte sich dann eine nach der anderen auf den Stuhl und küsste den Auserwählten. Als Dank wurde ihm vom letzten Meitli eine Socke umgehängt. «Für die heissesten Füsse von Fahrwangen» stand auf einem Etikett, das an der Socke befestigt war. Nun musste Bolliger sich freikaufen und den Meitlis eine Runde zahlen. «Ich bin seit 27 Jahren an den Meitlitagen dabei und es hat mich schon sechs Mal erwischt», erzählte Ruedi Bolliger stolz und zeigte allen seine Socke.


Die Tanzmusik im Multi Pizza Kurier erklang. Es wurde wieder getanzt und die Männer warteten gespannt darauf, wer als nächstes gefangen wird.
Die dritte und letzte Station auf der Beizentour der Meitlis war die Mehrzweckhalle von Fahrwangen. Auch dorthin wurde ein Mann verschleppt, der den Meitlis eine Runde ausgab, eine Socke erhielt und mit ihnen weiter feierte.