Seengen

Die Landi will «etwas sehr Schönes bauen»

So soll der «Landi-Park» aussehen: Im Vordergrund der Neubau «Riegel», hinten rechts das sanierte Volg-Gebäude mit den zwei neuen Dachwohnungen.

So soll der «Landi-Park» aussehen: Im Vordergrund der Neubau «Riegel», hinten rechts das sanierte Volg-Gebäude mit den zwei neuen Dachwohnungen.

Dank des 13,8-Millionen-Projektes in Seengen rechnet die Landi mit einer Verdopplung des Mietzinsertrags. Das Baugesuch liegt auf.

Seit über vier Jahren arbeitet die Landi Hallwilersee an der Wohnüberbauung «Landi-Park». Im März 2016 segneten die Genossenschafter den Baukredit einstimmig ab, und nachdem eine Einsprache ausgeräumt wurde und auch Gemeinde und Kanton grünes Licht gaben, wurde intensiv am Gestaltungsplan für das Projekt am Seenger Generationenweg gefeilt. Nun ist die Landi einen entscheidenden Schritt weiter: Sie hat das Baugesuch eingereicht.

Die Eckdaten: Hinter den Landi- und Volg-Filialen an der Poststrasse werden das frühere Schlachthaus, ein altes Einfamilienhaus und ein Holzschopf abgerissen. Sie weichen dem «Riegel», dem neuen, leicht abgewinkelten Bau, in dem auf vier Stockwerken 23 Wohnungen entstehen. Auch ihr Büro verlegt die Landi Hallwilersee von der benachbarten Filiale dorthin, eine weitere Büroräumlichkeit steht zur Vermietung bereit. Das Volg-Gebäude nebenan wird renoviert und das Giebeldach abgeflacht. Statt wie jetzt einer werden zwei Dachwohnungen Platz finden. Herzstück des Projekts bildet ein grosszügig angelegter Innenpark, der den kargen Betonplatz zwischen den Gebäuden ersetzen wird – statt Grau dominiert künftig die Farbe Grün.

«Wir bauen etwas sehr Schönes», sagt Reto Manetsch, Geschäftsführer der Landi Hallwilersee, ganz unbescheiden. 13,8 Millionen Franken wird der «Landi-Park» voraussichtlich kosten, Photovoltaikanlagen auf dem Dach und Pelletheizung inklusive. Sowohl die Landi- und Volg-Geschäfte als auch der «Riegel» werden auf Wärmerückgewinnung zurückgreifen. «Kostspielige Lösungen», räumt Manetsch ein. «Aber auch Investitionen, die tragbar sind.» Auf lange Sicht könnten damit Unterhaltsarbeiten verringert und Nebenkosten niedrig gehalten werden.

500'000 Franken Gewinn

Das Immobiliengeschäft ist ein wichtiges Standbein der Landi Hallwilersee geworden. In der Region vermietet sie Gewerbeflächen, Büros und Privatwohnungen. Doch der «Landi-Park» übertrifft alles: Er ist das bisher mit Abstand grösste und teuerste Bauvorhaben der Genossenschaft. Davon zeugt auch diese Zahl: Rund 500'000 Franken Gewinn erwartet die Landi jährlich durch die Vermietung der 23 Wohnungen im «Riegel». «Der Mietzinsertrag all unserer Objekte wird damit auf einen Schlag verdoppelt», sagt Manetsch.

Im Immobilienbereich erreicht die Landi mit dem «Landi-Park» also einen neuen Meilenstein. Ausbauen will Manetsch die Sparte in Zukunft aber nicht. Vielmehr soll im Detailhandel weiter zugelegt werden und im Agrarbereich will er mit der Landi «weiterhin ein guter Partner sein». Ein Grund für die Zurückhaltung der Landi Hallwilersee im Baugeschäft dürfte auch der lange Weg von der Projektidee bis zum fertigen Baugesuch sein. Manetsch will die Ereignisse nicht zu hoch hängen, spricht jedoch die hohen Anforderungen von Gemeinde und Kanton an. «Die Auflagen heutzutage sind immens», sagt er. Sie alle zu erfüllen ein Balanceakt, der nur mit zahlreichen Sitzungen, Gesprächen und Kompromissen zu meistern gewesen sei. Nicht zuletzt wegen dieser vielen Verzögerungen dauerte es ganze vier Jahre, um den Gestaltungsplan abzuschliessen.

Drei Gründe gegen Leerstand

Doch jetzt biegt der Bau auf die Zielgerade ein. Wer wird mit dem «Landi-Park» angesprochen? «Jeder und jede», sagt Manetsch pragmatisch. Der Mix aus 2- bis 5½-Zimmerwohnungen richte sich an Junge und Alte, Familien wie Singles. Um Leerstand – bei vielen Aargauer Immobilien ein Problem – macht sich Reto Manetsch keine Sorgen. «Klar, man hat das im Hinterkopf», sagt er zwar. Doch Manetsch ist zuversichtlich, die Wohnungen vermieten zu können. Drei Gründe sprechen seiner Meinung nach dafür: «Wir sind seriöse Vermieter, die Lage im Dorfkern mit der Nähe zum Kindergarten und der Bushaltestelle ist hervorragend, und die Wohnungen sind bezahlbar.»

Bis zum 17. Juni liegt das Baugesuch für den «Landi-Park» noch öffentlich auf. Wenn alles nach Plan verläuft, muss die Landi Hallwilersee nicht lange auf den Spatenstich warten: Schon diesen Herbst soll die erste Schaufel in den Boden gerammt werden.

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